30.01.2006

Auschwitz und e.on: Kein guter Ort für Gas-Werbung

eongas[1]Was um Himmels willen denken sich der Producer (das was früher der setzer war) und der Chef vom Dienst einer Zeitung bei sowas (s.u.)? Kann sowas 'nicht auffallen'?



Die Zeitung war offenbar die "Lüneburger Landeszeitung (LZ); Lokalzeitung für den Landkreis Lüneburg"



Die LZ hat keine Suchfunktion über den Anzeigenteil hinaus (wow), aber das Gästebuch hat schon eine Entschuldigung des CvD. (Und lediglich zwei Leser, die sich dort gemeldet haben. Im Forum: Null: siehe Kommentar hier drunter - aber auch wenig und dort immerhin eine 'organisatorisch-technische' Erklärung.)



LZ-Redaktion (redaktion@landeszeitung.de)

schrieb am: 27.01.2006



Guten Tag,

Leider haben wir uns tatsächlich den bösen Fehler erlaubt, einen Bericht über das fast vergessene Kapitel der Verfolgung der Lüneburger Sinti über die Werbung eines Energieversorgers mit einem in dem Zusammenhang verfänglichen Slogan zu stellen.

Die inhaltliche Aussage der Anzeige war schlicht übersehen worden.

Durch diesen Fehler wurde leider auch die Intention des Artikels konterkariert.

Wir haben uns in der darauffolgenden Ausgabe bei unseren Lesern für den Fehler entschuldigt.



MfG

Joachim Zießler

Chef vom Dienst




Interessante Sprache: "haben wir uns tatsächlich den bösen Fehler erlaubt". Unwahrscheinlich. So a la: "Ach, den Fehler könnten wir uns jetzt erlauben oder nicht." (Tatsächlich? Das deutet ja noch an, dass das auch noch fraglich wäre.)



Und die Leser waren wahrscheinlich nicht die, die unter so einem 'Fehler' leiden und eine Entschuldigung brauchen. Einerseits wohl eher die Überlebenden und andere Opfer... und ganz en passant der Inserent.



Und, es mag altmodisch sein - aber: Man "bittet um Entschuldigung", oder?



[via Werbung mit Beigeschmack - hostblogger.de und Peter per Mail]



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Update: Der Text der 'Entschuldigung': http://approx.antville.org/static/approx/images/fehler.gif

Elenagt auch die Andeutung, der Slogan sei 'missverständlich'. Nämlich wie genau?


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Kommentare:

  1. Klar mag es Makaber erscheinen diesen Artikel auf einer Seite mit diesem Inserat zu sehen.

    Fakten:

    - e.on hat aber nichts mit Giftgas (Erdgas ist zwar auch nicht so gesund) zu tun.

    - Zyklon-B, das GAS, war ein Schädlingsbekämpfungsmittel, bevor es zur Ermordung von Menschen missbraucht wurde.

    - Gas(förmig) ist ein Aggregatszustand, den es seit Urzeiten gibt, in dem Sinn sehe ich "Gas" nicht als "Reizwort".

    - Wir atmen wir alle "das Gas" Luft, vielleicht sollten wir auf flüssige Luft umstellen, damit wir im historischen Zusammenhang niemanden verletzen.



    Ich finde man sollte auf einer Seite zu so einem Artikel keine Inserate schalten, denn irgendwie wird es fast überall einen "bösen" Zusammenhang geben, ob jetzt offensichtlich wie hier oder gesucht.

    Z.B. ein Inserat von einer Bank, Firma mit Zwangsarbeitern während WWII usw.

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  2. REPLY:
    ...es dir was ausmacehn, halbwegs auf das zu regaieren, was *ich* geschrieben habe? Das ist ist n Blog und kein Müllabladeplatz. Für Gefasel ist im Forum der Lüneburger Zeitung der Platz.



    a) erwarte ich, dass einenZeitung ein Blick auf die gesamte Seite wirft und versteht, was drauf steht, und zwar im Interesse der Leser, der Betroffenen UND der Werbenden. (Unpassend wäre zum Beispiel auch eine Anzeige eines Beerdingungsinstituts auf einer Seite mit Berichten über sterbende Kinder. Oder ne KOndomanzeige auf dem bericht über den Papstbesuch. Oder Steakwerbung euf der Seite über den Dalai Lama. Whatever.



    Wenn da was nicht passt (und mir ist das Thema da egal) dann passt es nicht. Und das hinzukriegen ist der job der Zeitung. Der Journalisten UND der Anzeigenabteilung zusammen



    b) ich fand den Ton der Entschuldigung, sowohl der Online als auch der im Blatt indiskutabel und sprachlich hingerotzt.



    Wenn man schon einen Fehler macht, dann sollte man wenigstens der Entschuldigung mehr verpassen als ein paar Floskeln, die auch noch e.on wegen der Zweitdeutigkeit an den Pranger stellen.



    Was ein Gas ist, weiss ich, hab ich irgenmdwo egschrieben, dass man kein Gas benzutzen sll oder das wort nicht? Redaktion und anzeigenabteilung haben den Job, ein ordentlicehs OProdukt zu amchen. einen Gaswerkanzeige unter einem Auschwitzartikel ist schlicht und einfach ein Fehler, der nicht passiren darf. Punkt.



    Dass es viele Leute interssiert und sie das Netz danach absuchen seh ich grad an den Suchbegriffen die hierher führen (und vorhin noch was ich bei "eon Auschwitz" (oder so) auf Seite 1 bei Google). D.h. die Leute interessiert schon, wie 'gut' Zeitungen darauf achten, wie ihr Produkt aussieht.



    Dass eon keine Giftgasfabrik in Auschwitz bauen will, dürfte jedem klar sein. Das unterstellt auch keiner. Dagegen muss man also auch nicht argumentieren. Und Gas und das Wort 'Gas' an sich sind auch nicht 'böse'. Wer sowas sagt, mit dem muss man auch nicht weiter diskutieren.



    Also bitte Argumente gegen etwas, das einer behauptet, OK?

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