07.01.2009

Was macht den Wert eines Blogs aus?

Aus Anlass des anstehenden Verkaufs von Basic Thinking möchte ich mir ein paar Gedanken über den Wert von Blogs machen.

Die ethischen und konzeptionellen Fragen, ob Robert sein Blog verkaufen sollte, darf oder sonstwas, lasse ich mal beiseite. Ich glaube auch nicht, dass das ein PR-Gag ist, denn PR braucht Robert keine ;) (Meine Beiträge in der Speaker's Corner dürfen da gerne stehen blieben - solange ich auch ein Login dahin habe. Meine Mailadresse kann auch drin blieben, wer mich anspammt kriegt sowieso Ärger.)

Also, was ist der Wert eines Blogs?

- Selbstmarketing / social-izing


Über ein Blog kann man selbst bekannter werden, seine Kompetenz demonstrieren und nette Leute kennen lernen. So kann man dann Sprecherengagements, Beratungsaufträge u.a. akquirieren und kommt eeetwas günstiger (oder überhaupt) bei Events rein.

Ob das mit einem 'gekauften' Blog funktioniert, das entscheidet sich an der Qualität der Contents und an der persönlichen Kompetenz der Blogger. Wenn sie Wualität und Kompetenz liefern können, bräuchten sie ein Blog gar nicht zu kaufen,dann können sie es mit dem selben Geld auch in 3 Monaten oder 6 hochziehen. (Dazu später.)

- Werbeumsätze / Eyeballs

Vom zwölffachen des Jahresumsatzes an Werbung als Kaufpreis war da in den Kommentaren die Rede. Das geht dann davon aus, dass man das Blog noch weiter 12 Jahre monetarisieren kann oder dass in 3-4 weiteren Jahren die Preise entsprechend steigen. Da Fachleute wie Jason Calacanis erstmal mit 2-3 werbeschwachen Jahren rechnen, wäre es grade keine super Idee ein Blog deswegen zu kaufen. Zudem würde der Traffic und die Verlinkung ja nur anhalten, wenn die Qualität stimmt. (Der neueEigner könnte natürlich Robert mit eine exorbitanten Angebot als Blogger anheuern, ob er das aber machen würde... hm ....

Werbedeals übrigens kommen auch zur persönlichen oder fachlichen Unterstützung zustande, nicht nur aufgrund von PIs.

- Google Juice / Pagerank

An sich ist so ein Objekt für SEOs interessant. aber nur dann, wenn sie es ordentlich und ggf. unauffällig mit Links spicken. das kann kaum im Interesse des Verkäufers sein, da seine Reputation beschädigt würde und auch nicht im Interesse derer, die dem ursprünglichen Eigner den Google-Juice geliefert haben. 8Ich mache schon nen Unterschied, ob ich auf Zeit.de linke oder auf einen Blogger.)
Allerdings fragt sich, ob sich aus einem Objekt, das lediglich den Linkjuice hat (der ja ggf. über die Monate dann auch abnimmt) wiederum soviel Revenue generieren lässt, dass dabei ein sechsstelliger Betrag rauskommt. (Und bei fünfstellig würde ich das geschäftsmäßig in Frage stellen, ob sich das rechnet, dann kann man auch im vorhandenen Blog 'fachbloggen' und das Privatbloggen anderswohin verlagern.

Soweit zur Wertfrage. Die wäre aber erweitert zu stellen: Wieviel muss ich denn reinstecken, um den Wert zu erhalten oder auszubauen?

Eine kleine Modellrechnung zu den redaktionellen Betriebskosten:

(Ich schätze, dass Robert eher 4+ Stunden am Tag in sein Blog investiert hat, im Schnitt. Aber gehen wir mal von bescheideneren Zahlen aus.)

Wenn man ein Blog (sehr) erfolgreich machen will, wird man das in nicht unter 2h/ Wochentag (Mo-Fr) schaffen (am Sa und So sind die besucherzahlen zu gering.)

Wir sind also bei 10h/Woche und 40h/Monat und 480h/Jahr.

Würde man diese 480h zu einem 'Journalistenstundensatz' von 50 EUR (plus KSK ;)) vergüten, käme man auf 24.000 EUR, die man pro Jahr noch reinstecken muss. Reine Honorarkosten oder eben 'Verdienstausfall' falls man es selbst macht. Die muss man auch rausziehen und sie schieben den Break Even deutlich in die Zukunft. Koordinationsarbeit (Redaktion. Werbeakquise), Technik etc. müsste man da auch noch berechnen.

Gut, vielleicht werden die Journalisten ja allerdemnächst deutlich billiger zu haben sein. Aber parallel geht dann auch der Werbemarkt runter. Nullsummenspiel.

Fazit: Ich wünsche Robert beste Umsätze, aber der Käufer sollte schon GENAU wissen, was er mit so nem Ding vor hat ;)

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