19.11.2009

Palm Pre: Erfahrungen

Gerade habe ich meinen Test-"Palm Pre" wieder verpackt zum zurückschicken. Ich bin zwei Wochen überfällig, was wohl zeigt, dass ich nicht ganz unglücklich mit dem Pre war. (ich sag der Pre, denn es war ja auch der Palm V, der Treo etc.)

Ein paar Punkte:

Das Unschönste zuerst: Ich hab einen 200 MB-Vertrag bei O2, der dummerweise vorsieht, dass überzähliger Traffic zu bezahlen ist und habe deshalb im ersten Monat jetzt allein 125 EUR Datentransferkosten. Update: Das Problem wurde von O2 elegant und unbürokratisch gelöst.
Also: Wer sich einen Pre holt, sollte sehen, dass er einen Tarif hat, der gefdrosselt wird, anstatt zu kosten, wenn man drüberliegt.

Das Zweitnegativste: Ja, Smartphones haben generell ein Akku-Issue. Videos hab ich nicht geguckt, gespielt auch selten, einfach weil der Akku massiv schnell runtergeht.
Sehr lange hat er gehalten, wenn man das WLAN eingeschaltet hat, anstatt 3G zu benutzen. Schaltet man aber auf 'nur 2G' kamen viele Webseiten gar nicht bzw Chat und Mail funktionierten nicht: keine Netzverbindung sagte er.

Generell war die Connectivity OK und auch wenn der Laptop (Stick im T-Com-Netz) nicht online ging im Zug: Mit dem Handy ging noch was.

Das Batterieproblem 'löst' man, indem man eben nachts auf Flugzeugmodus stellt (wobei werbefinanzierte Spiele dann auch nicht tun) und indem man das Handy, wann immer man am Laptop sitzt, auch per Nabelschnur zum Aufladen dranhängt. Das USB-Ladekabel wird also zum Dauerbegleiter.

Der größte Pluspunkt ist der Pre-Account: Man legt einen Account bei Plam an und verknüpft diesen dann mit dem Google- und dem Facebook-KOnto. Und: Schwupps sind alle Mailadressen, Profil-Fotos und Telefonnummern, die dort sind, auch auf dem Plam und Gesichter wreden nach Rufnummernerkennung beim Klingeln angezeigt. Wun-der-bar.
Da ich mein XING-Kontakttabelle bei Gmail importiert hatte, klingelten mir nun auch fröhlich alle XING-Kontakte mit Gesicht entgegen.

Das ist dann auch so, wenn man den Pre wechselt. Sollte ich mir einen holen, werden alle Basiseinstellungen wiederhergestellt UND alle Apps wieder installiert. (Nur nicht deren Settings.)

Das Apps-Angebot ist übersichtlich und die angebotenen Twitterapps haben mir alle nicht ganz gefallen. Aber es gab sogar welche, die mehrere Accounts erlaubten. Mein gewohntes m.slandr.net zu nutzen war nicht ganz so "smooth", da Nummerneingaben nicht als mobile Navi verstanden wurden sondern als URL-Eingabe. Da fehlt eine Option 'behave like a dumb mobile'. Für das Android HTC G1 gab es, als ich getestet hatte, schon deutlich mehr Apps. Das hatte aber das selbe 'Nummerneingabeproblem'.

Dass beim Mailen wenn man nur ein paar Buchstaben tippte gleich eine Auswahl möglicher Kontakte angezeigt wurde, war sehr hübsch und nützlich.

Einige Webseiten (m.bahn.de m.rememberthemilk.com) die auf dem Treo 650 sehr benutzbar waren, waren auf dem Pre nur mit ständigem 'Finger-Zoomen' benutzbar. (Immerhin hat er 2-Finger-Zoomen ;) )

Copy-Paste kann der Palm Pre zwar, aber so ganz hab ich nicht verstehen könne, wie ich text wirklich selektiere. Da ist der Treo 650 (das is PLamOS 5!) überlegen.

Gescheiutert bin ich an dem Versuch via Bluetooth den alten Treo und den Palm miteinander reden zu lassen. Die Task-Exportdatei war auf dem Pre nicht importierbar und die eingebaute Taskapplikation des Pre fällt hinter die des Treo massiv zurück (keine wiederholbaren Tasks z.B.)

Kamera: Die ist deutlich besser als beim Treo, allerdings hab ich nicht gefunden wie und wo ich Video aufnehme. Der Treo hat immerhin eine Zoomstufe, beim Pre hab ich sowas gar nicht gefunden, so dass man unfreiwillig große Totalen fotografiert, manchmal.

Die Tastatur fand ich gut und dass manchmal sogar "ue" und ü und "ss" in ß geändert wurden, war prima. Nur einmal hat es ein Wort so verhackstückt (weiß nicht mehr, welches es war). Bis man ü'S und andere Sonderzeichen angesteuert hat, dauert es am Abfang zwar etwas, aber man gewöhnt sich schnell daran. Beim Livebloggen hat sich das Teil ebenfalls bewährt. (Alle Liveartikel MIT Foto seit dem Barcamp München sind darauf entstanden.)

Screen: Sobald man sich daran gewöhnt hatte, wie man mit dem Finger gezielt klickt, war die gut zu benutzen. Ich bin halt seit 1999 Pens gewöhnt ;)

GTD mit dem Pre
Mein Ablauf ging so:
- Tagesnotizen auf der beigegebenen Post-It App notieren, später archivieren (weiter nach unten zieghhen) oder löschen (was nur dadurch geht dass man alles mit Backtaste löscht).
- Todolisten auf separaten Post-its, die ich per Mail an den rememberthemilk-Import gegeben habe (dort dann die normale GTD-Inboxbehandlung)
- Seit ich das Netbook habe, muss ich an sich unterwegs die Mobilapp von RTM nicht mehr nutzen, aber ich hab es probiert und sie war nutzbar. (Wenn ich abarbeite bin ich ohnehin fast immer am Rechner.)

So, das war was mir so im ersten Durchgang einfiel. Gibt es Fragen?
***
Update:
Navigation:

Als Autonavi wg. Google Maps schwer brauchbar (ich hab währenddessen mein TomTom auf dem Treo benutzt im Auto), als Fußläufiges Navi zur Orientierung OK, brauchbare Lokalisierung nur mit GPS (das Akku saugt).
***

Fazit: Ich werd mal noch ein Androidhandy testen, das mir angekündigt ist (ich glaub ein Hero) und dann entscheiden ob ich zum Pre wechsle oder auf Android. iPhone käme nur in Frage, wenn mir eins 'zuläuft'. Mag mir jeand ein altes 3G zum Testen überlassen? (Ich steig dann auch auch nen anderen Datentarif um ;) )

Facebook Kommentare