01.12.2009

Und in der Mitte steht ein Blog

"In many cases a well-developed blog is the most important aspect of a social media marketing effort. The hub of a brand's social media presence should be their blog since it provides conversational social media content, as well as plenty of opportunities to integrate other social channels." sagt Social Media Exp... Autor Dan Zarella im Interview.

How to Use Social Media

Die Gründe die er nennt, sind stichhaltig, verdienen aber Vertiefung und Erweiterung.

Erst eine Story:
Kürzlich sprach mich eine PR-Frau für einen Verlag via Skype an. Was sie genau wollte, weiß ich nicht genau, jedenfalls bot ich ihr an, ihr beim Thema Blogger-Relations etwas auf die Sprünge zu helfen.Ihre Antwort war (etwas unzusammenhägend): "Wir bloggen auf Twitter und Facebook."
Das war die Stelle, wo ich den Skypechat kommentarlos beendete. sonst hätte ich eventuell unhöflich werden müssen, oder zumindest undiplomatisch.

Warum ist ein Blog zentral und warum kann man bei Twitter und Facebook (oder XING oder sonstwo) nicht bloggen?

Nur auf einem Blog habe ich die Kontrolle über diverseste Faktoren
- Monitoring (Visits, PI, Referrer, Backlinks, Suchkeywords)
- Layout und Zugang (incl Widgets, Integration von Facebook Connect, OpenID etc.)
- Backup (Wer backupt wie seine Facebook-Konversation?)
- Linklove (schon mal versucht, ein google-ranking-relevantes Link von Twitter aus zu legen? Have fun.)
- Integration von Video und Audio mit Javascript-Player (Ja, wenn alle User Powertwitter installiert haben ....)
- Podcasting via RSS-Attachment
- Komplette Inhaltskontrolle (es wurden schon Twitteraccounts über Nacht geschlossen...)
- Komplette Kontrolle über Spam und Kommentarmoderation
- Komplette Kontrolle über ggf. selketive Googleindizierung (was Wenn sie einer wegen nem Tweet abmahnt? Einen Blogbeitrag kann ich auf der eigenen Domain aus dem Google-Cache wieder entfernen lassen. Der gelöschte Tweet verschwindet NICHT mal in der Twittersuche.)

Die Liste ließe sich fortsetzen.

Selbst bei den meisten der mir bekannten gehosteten Blogdiensten kann man jederzeit auf den Exportknopf drücken und seine Inhalte samt Kommentaren auf eine Nachbarplattform oder das selbstgehostete Blog umziehen.

Wo bitte exportiere ich meine Tweets und mine Facebookdialoge?

Kürzlich verwies mich jemand in einer Mail auf einen seiner Blogbeiträge, aus dem Jahr 2003.
Findet jemand meinen 10. Tweet aus dem Dezember 2006?
Und warum nicht? Was ich da gebloggt habe, ist wunderschön zugänglich.

Sowohl für private als auch für geschäftliche Zwecke führt an einem Blog als Zentrale für Gespräch kein Weg vorbei. Das wäre, als hätte man als Firma nur Zettelverteiler auf der Straße aber kein Büro, keinen Laden.
Wo soll man denn diskutieren, wenn auf Twitter der Platz nicht reicht? Was ist mit den 1 Woche alten Gesprächen auf Facebook? Wie kommt man an die komfortabel dran? Laufen sie überhaupt so lange? Findet man sie noch?

Beim Aufstieg der Wikipedia und von Youtube haben Blogs einen zentrale Rolle gespielt (ich erinnere mich noch an das Linkspiel, so lange die Wikipediaseite zur NPD zu verlinken, bis sie vor der Page der Partei bei Google stand). sie werden auch bei weiteren entwicklungen im Social Web die Speerspitze bilden.

Microblogging und leichtgewichtige Blogapplikationen wie Posterous, Tumblr und Soup.io sind sympathisch und senken den Aufwand, den man treiben muss, um 'ins Internet zu schreiben'. Dass man bei facebook alle Kontakte bereits als Zuhörer hat und sie nicht erst ein Blog abonnieren müssen, ist auch prima. (Friendfeed? Hat jemand Friendfeed gesagt?)

These zudem: Je einfacher das Publizieren ist, desto eher lässt man einen Kanal auch verkommen. war ja keine Arbeit. Bloggen ist einfach, aber nicht zu einfach. Und es ist ein digitales Zuhause.

Ernsthafte Gespräche und Lernerfahrungen finden auf jenen Plattformen, soweit ich weiß, nicht statt.
Ich hab es probiert (Ich hatte auch im Bitnet Relay Chat 1988 schon Diskussionskanäle über den Sinn des Lebens), es geht, aber es ist recht mühsam.

Noch eine Story zum Abschluss.

Der sehr geschätzste Stowe Boyd hielt beim ConventionCamp 2009 ein Plädoyer für das Streaming (meinend Tumbl etc. Nicht Video.) als die Zukunft des Onlinedingsbums, Er schlug vor , ein rotokoll zu entwickeln, das Stremingdienste zueinander kompatibel macht (Super Idee, aber Blogs sind das schon via Trackback). Und dazu... schrieb er dann einen Blogartikel, erklärte er. Bingo.

Für Diskurs und auch morgen noch zugängliche Erfahrungsprotokolle, für länger andauernde Gespräche im Netz gibt es 2010 und danach nur ein Medium: Blogs.

***
Updated.

Dies ist ein Beitrag zum Blogadventskalender

Facebook Kommentare



Kommentare:

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  2. Hallo Oliver

    Da muss ich dir vollkommen recht geben, ich könnte es mir auch in keiner Weise vorstellen in Twitter oder Facebook zu bloggen. Die Gründe dazu hast du ja bereits ausführlich geschildert :)

    PS: Alle, denen Facebook viel Wert ist können natürlich eine Sicherung ihres Accounts erstellen [1] *lach*.

    [1] http://infoblog.li/facebook-account-archivieren/

    Gruss
    Jeffrey

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  3. Hallo Oliver,

    auf die Idee, über Twitter oder Facebook zu bloggen, wäre ich nie im Leben gekommen. Natürlich kann man dabei neue Infos kurz weiterleiten, die auch jeder einsehen kann, doch entsteht so ein Blog im eigentlichen Sinne?
    Nein. Und die Gründe dafür hast du gut aufgeführt.
    Zumal eigene Blogs das Ganze doch zudem interessanter machen.

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  4. Ich gebe Dir in allem Recht, möchte aber auch noch einmal darauf hinweisen, dass zwei Komponenten eine Rolle spielen.

    Zum Einen ist das Werkzeug "Twitter" oder "Facebook" falsch, sie helfen, Reichweite zu bekommen und sich modern darzustellen.

    Zum Anderen (mein Liebelingsthema) sind die Dienste fremd gehostet und unterliegen dem guten Willen der Betreiber, inklusive Schliessung und Weiterverkauf der Daten.

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    1. eben, um reach oder Brand zu kriegen: Prima. Für Gespräche (aus denen Märkte bestehen): Blogs ;)

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  8. ich sehe das absolut so. Allerdings nicht (nur) aus dem Marketingaspekt heraus sondern auch aus Sicht des Lesers. ich beobachte es ja an mir selber. Wenn ich Zeit habe - so wie jetzt - dann stöbere ich gerne in Blogs. Man findet intersanntes, amüsantes und auch wichtiges. Bei Twitter ist es nervig sich in den konstanten Strom Minitexte einzulesen - zumal zu den Zeiten, wo ich Muse habe, nicht so viele Tweets laufen. Ein Blog ist da viel Leserorientierter.
    Ich finde es schade, das leider viele Blogger grad in der IT-Szene mehr und mehr auf den Twitterzug aufspringen und weniger bis kaum noch bloggen.

    (Und wenn man von http://wazong.de/blog/category/linkdump/ hierhersurft, kann man nicht kommentieren, weil der Server einen ungültigen Session-Hash findet...)

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    1. das ist natürlich doof, wenn du dort deinen öbelshop nicht auch pimpen kannst ;) (Link wegen Holperei mit den hisigen verlinkungsrichtlinien entfernt ;))

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