24.02.2010

ARD und ZDF und die brennende Stadtbibliothek

Aus Anlass von "Das Elend der Debatte um ARD und ZDF" von Stefan Niggemeier schreib ich mal auf, was ich auch schon in einer Diksussion gesagt habe:

Von ARD und ZDF zu verlangen, ihre Inhalte nach einer Weile wieder aus dem Netz zu entfernen ist, als ob man alle zwei Jahre die Stadtbibliothek niederbrennt, um den lokalen Buchhandel zu stärken.

Sicher haben Privatfirmen ein Interesse, dass der Staat und der Steuerzahler nicht ihre Konkurrenz finanziert.

Andererseits war, zumindest was audiovisuelle Medien angeht, der Staat und das öffentlich rechtliche TV zuerst da. Und ehrlich gesagt hatte ich, bevor die Privaten kamen, auch kein Qualitäts- oder Mangelproblem mit dem ÖR-TV. Im Gegenteil. Das hab ich eher jetzt.

Wenn ich wählen müsste, würd ich vorher die Privaten in die Wüste schicken und sagen: Ja, dann lasst es doch. Ich brauch keine gefakten Quizsendungen mit Barbusigen (nix sonst gegen Barbusige ;) ) oder ehemalige Taxifahrerinnen, die mir am Bildschirm das Tarot legen (auch Taxis sind ne tolle Sache).

Und: Die Zeitunsgverlage haben sich die letzten 15 Jahre primär darauf kapriziert, ihre Angestellten und Freien mieser zu bezahlen und dafür die Bilder in der Zeitung größer und bunter zu machen. Online besteht ihre primäre Innovation in der massenweise Klonung der Bildstrecke und im Hoffen auf das iPad.

Andererseits haben wir, wie Stefan auch anmerkt, für die Inhalte von ARD und ZDF bereits bezahlt. Es ist absolut nicht mehr zeitgemäß, dass ich, um Tatort oder sonstwas zu gucken, zu einer bestimmten Zeit vor dem TV sitzen muss. Und an sich brauch ich mir auch keinen DVR zu kaufen, wenn die Videodaten auf dem Server des Senders rumliegen und ich sie mir holen könnte, wenn ich wollte.

Ich zahle, seit ich einen eigenen Haushalt führe, GEZ-Gebühren.
Dafür möchte ich bitte eine zeitgemäßen Service mit Sendungen, die ich jederzeit abrufen kann, auch nach Jahren, Informationsangebote zu Themen von Sendungen auch unabhängig von konkreten Sendeanlass (z.B. Interviews über Facebook ;) ) und ich möchte diese Medieninhalte auch auf zeitgemäßen Endgeräten konfektioniert haben; wenn auch lieber für Android als fürs iPhone ;)

Die argumentativen "Schwächen" (der Schwabe sagt da wohl eher 'Dummabtzigkeiten', aber ich bin ja Süd-Badener ;)) der Verlage hat Stefan ja sehr schön rausgearbeitet.

Die Frage ist ja: wie antwortet man.

An sich sehe ich zwei Strategien

a) Man sagt, wenn man Stefans und meiner Meinung ist, seinem Zeitungsverlag, er möge sich sein Abo irgendwo hin schieben und sagt ihm auch warum.

b) Man sagt den Sendern & Rundfunkräten klar (und in MASSEN), welche Art Dienstleistung man für seine Gebühren verlangt. (Und ich hätte null Problem, eine DEUTLICH HÖHERE Gebühr zu zahlen (oder sogar eine FDP-Mediensteuer (uhhhhhh....)), wenn ich DAFÜR Zugang zum KOMPLETTEN Audio/Video/Text-Archiv der ARD kriege.)

Hat jemand Ideen dazu? Ich helf mit.

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