08.05.2010

Richtig zitieren aus Twitter (für Journalisten)

Nein, wie es geht weiß ich auch nicht, aber wie würdet ihr wollen, dass Journalisten vorgehen beim Zitieren aus Tweets?

- Zitieren in der Presse oder in journalistischen Onlineveröffentlichungen nur nach Nachfrage?
- Wie ist es bei 'persönlichen Blogs'? Was dürften oder sollten die?
- Bei 'gelockten' Accounts, denen sie aber folgen durften? (darf man die überhaupt RTen, geschweige denn bloggen oder printen?)
- Nur den Twitternamen angeben? Oder gar keinen?
- Realnamen nur nach Rückfrage oder immer wenn die Person ihn auf der Twitterseite nennt?
- Prominente zur bei verifizierten Accounts zitieren?
- Was ist mit Screenshots wenn Hintergrundbilder zu sehen sind? Urheberrecht? Zitatrecht?

Wie würdet ihr in den obigen Fällen vorgehen und welche anderen Fragen tun sich auf?

Und wie ist es bei Facebook? Oder wenn es offensichtlich Minderjährige sind, die sich äußern?

Facebook Kommentare



Kommentare:

  1. Interessante Frage, zu der ich mal einige Anmerkungen habe:

    Bisher habe ich Zitate aus Twitter entweder 1:1 kopiert und verlinkt oder aber einen Screenshot davon gemacht. Problematisch ist beim Tweet-Zitieren allerdings auch die Möglichkeit, dass der Nutzer - gerade wenn es um kritische Inhalte geht - seinen Tweet kurzerhand löscht. Daher wäre natürlich eine Rücksprache vorteilhaft. Aber wenig praktisch, denn als Online-Journalist geht es auch um Aktualität, Zeit ist also ein wichtiger Faktor.

    Auch die neue Zitierfunktion von Twitter hilft hier leider nicht weiter, auch wenn der Ansatz gut ist. Man bekommt ein einheitliches Schema mit eingebetteten Links zum Tweet und zum Account, was schon mal einen Fortschritt bedeutet. Allerdings wird so das Validitätsproblem auch nicht gelöst und es kommt noch ein weiteres Problem hinzu. „Blackbird Pie“ verwandelt jeden beliebigen Tweet in einen leicht implementierbaren HTML-Code. Das ist zwar an sich ganz schön, könnte aber auch zur Manipulation einzelner Informationen genutzt werden.

    Und zu Deinen Fragen:

    Eine Pflicht zur Nachfrage sehe ich nur bei geschützten Accounts, alle anderen sind für mich öffentliche Informationen, die ja auch durch Suchanfrage gefunden werden können.

    Zur Quellenangabe: Hier ist im Onlinebereich ein Link auf den Tweet meiner Meinung nach am besten. Ansonsten würde ich immer den Twitternamen angeben.

    Realnamen kann man verwenden wenn der Nutzer ihn im Profil angibt und es sich nicht um einen geschützten Account handelt.

    Letztlich sollte man sich bei jedem Tweet-Zitat die Frage stellen, ob man dem Verfasser damit offensichtlich schaden könnte. Ist man sich da nicht sicher, sollte eine Nachfrage obligatorisch sein.

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    1. Hi, auch wenn das aus deinem letzen Satz mitschwingt: Würdest du Twitter- oder Facebookäußerungen (z.B. zu einer Jugendinitiative) von Minderjährigen mit Namens- oder Nick-Nennung zitieren?

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    2. waltraud kässer10. Mai 2010 um 09:03

      Hi, das hat mir weiter geholfen. ich habe es bisher auch so gemacht, dass ich den tweet einfach komplett 1:1 kopiert habe.

      richtig ist, tweets sind öffentlich, da sie mit suchanfragen gefunden werden können. das ist nachvollziehbar.

      also vielen dank noch mal

      waltraud kässer

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  2. Das würde ich von den Inhalten abhängig machen und im Zweifelsfall lieber nachfragen. Bei Facebook sehe ich übrigens noch einen gravierenden Unterschied, denn hier kann man ja für jede Nachricht genau festlegen, wer sie lesen kann. Das macht die Frage nach dem richtigen Zitieren deutlich komplexer, als bei Twitter.

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