04.08.2010

Was darf ein Barcamp kosten?

Da gerade wieder Barcamps mit Eintrittspreisen von 150-1500 EUR (!) annonciert werden, kann man ja mal ausrechnen, was so ein Barcamp kosten darf, wenn man kein Sponsoring hätte.

Also mal die Zahlen vom Barcamp Bodensee 2010:

5000 f Essen + Wasser + Gläsergebühr [hier kann man mit simplerem essen wier Eintop oder Sandwiches sicher nochmal was gutmachen]
2000 f für Cocktails & Würste abends am Strand (2,5 Tage!) [war an sich Luxus, 500-1000 reichen auch, oder Null und abends zahlt jede/r selbst]
500 f Bier (s.o.)
Wein und Saft gesponsort
bei kalkulierten 220 Personen oder so.
[alles Brutto]

(Ja, die Zahlen waren so glatt, das war alles auf den Cent pauschaliert ;) )

macht 7500/220

ca. 34 EUR/Nase

D.h. wenn mnan 50 nähme würden die Leute auch nicht verhungern.

Diese Rechnung geht natürlich davon aus, dass man die Location umsonst bekommt. (Ggf. müssen Putzkosten, Wachleute oder Versicheruhng mit eingeplant werden, aber das sind idR keine 1000 EUR) Wenn man natürlich in eine Tagungsstätte geht und Tagungspauschalen abdrücken muss, ist das dann nicht Sinn der Sache. 'Camp' im Gegensatz zu 'Kongress' steht ja auch für eine etwas 'pfadfinderhafte' Location: "einfach leben". (WLAN, Beamer oder Flipchart/Whiteboard, Dach ;) )

Ich kenne einige Barcamp-Planer, die eben deswegen noch keins auf den Beinen haben, weil sie noch keine Location haben. Wobei lokale Hochschulen in der Regel da tolerant und begeisterungsfähig sind.

Und:

Nur weil auf Wünsche und Fragen der Anwesenden eingegangen wird, ist etwas noch lange kein Barcamp. Da möge man sich dann bitte eine eigene Marke aufbauen. Und die Finger von der Barcamp-Flare lassen. (Begriffe wie OpenSpace steht ja auch noch zur Verfügung.)

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