23.06.2011

X4 - meine persönliche Perspektive auf den XING-Relaunch

Wer mich fragt... ... kriegt Antwort.

Ich zitiere:


W.H. schrieb:

> Und was halten Sie (so ganz persönlich),-)) von dem unausgegorenen
> Scheiß ?

Erstens finde ich, dass das hier ein Businessforum ist und dass ich meine Sprache daran anpasse.

Zweitens gibt es in der Ausführung natürlch noch Holperer (weswegen seit Jahren XING jeden Mittwoch neue Features und Bugfixes einbaut. XING repariert hunderte und tausende dieser "Baustellen" pro Jahr).

Drittens ist der Relaunch längst notwendig gewesen um für XING eine zukünftig gut ausbaubare Informationsarchitektur bereitzustellen, die den typischen XING-User (der sich 1-2 Mal im Monat einloggt) nicht überfordert.

Generell:

Jeder Poweruser hat seine Lieblingsecke in XING, die Lieblingsecke wird wahrscheinlich von 1-10% der anderen User geteilt - ich hab keine Zahlen, aber ich glaube, dass der Großteil der User z.B. NICHT in Gruppen aktiv ist - Mitglied vielleicht, aber nicht aktiv.
Die Tendenz, diese Lieblingsecke als Universum zu sehen und jede Änderung oder vorübergehende Einschränkung als Weltuntergang ist gegeben und vollkommen verständlich. Sie hat aber im 'echten Universum' kaum ein Pendant.

Ich teste täglich neue Applikationen im Netz. Fast immer weiß ich was, was ich anders oder besser machen würde. Oft ist das was ich gern anders hätte... absichtlich so. Manchmal unabsichtlich. Ganz selten sind die Apps 'unausgegoren', aber sie enhalten auch mal Fehler oder Unpassendes (heute hab ich mich irgendwo registriert, da wird z.B. statt dem Ausdruck 'Passwort' 'PIN' benutzt - verwirrend.). Wenn ich drauf hinweise, bedankt man sich, ohne dass ich schimpfe oder drohe. Surprise.

Aber: Applikationen sind auch oft lediglich mit anderen Zielgruppen im Kopf designt als ich es bin (z.B. bei Spielen oder bei Apps für Kids) - was zu hoffen ist, denn ich bin nicht die 'Mehrheit'.

Und bei XING arbeiten auch sehr sehr fähige Leute (die auch mal Fehler machen), dafür gucken auch 5-10 Millionen Leute auf die Fehler, das lässt sie größer aussehen, als sie real sind. (Stellen sie sich vor, auf jedes Stückchen ihrer arbeit gucken 5 Millionen Leute.) Dafür sind da viele Leute, die nichts lieber machen, als ihre eigenen Fehler wieder gut zu machen. Und zu lernen.

Und wenn mich was nervt und ich etwas "unausgegoren" finde, dann sind es Leute die sagen "Wenn Sie nicht den Knopf dort 5 cm nach oben nehmen und wieder grün machen -blau wäre noch besser- ist XING absolut vollkommen total nutzlos und Sie sind ein böser dummer Mensch. Ich hab meinen Premiumzugang schon gekündigt."

Ich gehe auf alle Plattformen zu und sage: "OK, was tut das, was kann, das, wie ist es gebaut und wie kann ich damit kommunizieren, so dass etwas dabei herauskommt." (Und ich bin meist ein paar Jahre früherda als dei anderen, wie z.B. seit Dez 2006 bei Twitter.)

Und das was ich dabei rausfinde, das teile ich anderen mit.

Das war jetzt meine ganz persönliche Perspektive auf den 'unausgegorenen Scheiß'. ;))


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Kommentare:

  1. Das ist eine sehr subjektive und einseitige Darstellung. Erinnert mich fatal an Banker (die ihren Kunden Junkbonds verkaufen) oder die Pharmaindustrie (die mit aller macht ihre Pillen loswerden wollen). Wenn nämlich die Mehrheit (des dummen Stimmviehs) angeblich so wichtig ist bei XING, warum sind diese dann nur - - - Zitat :(der sich 1-2 Mal im Monat einloggt) - - -so selten da? Der Poweruser ist es doch, der XING für den Rest der Mitglieder interessant macht. Hätten wir nur die 1-2 Mal im Monat User, würde XING bald in sich zusammenfallen wie ein hektisch aus dem Ofen genommenes Soufflé. Und ich behaupte mal (ohne Zahlen zu kennen) dass X4 nicht nur für mich, sondern auch für den Rest der Welt bedienungsunfreundlicher geworden ist. Dieser Hype nach immer neuen Gimmicks ohne tatsächlich das GUI ergonomisch zu gestalten ist einfach nur weltfremd.

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  2. Unausgegoren ist, wenn eine Webseite 50% des Platzes auf meinem Monitor verschwendet. Beispiel: Xing.

    Unausgegoren ist, wenn eine Webseite plötzlich laaaanges Scrollen erfordert, um gewohnte und vielgenutzte Elemente zu erreichen. Beispiel: Xing.

    Unausgegoren ist, wenn auf einer Kommunikationswebseite eine Mitteilung schreibt und diese auf Nimmerwiedersehen verschwindet, wenn man mal irgendwo außerhalb der Mitteilung hinklickt (passiert gerne bei Nutzung eines Touchpads). Beispiel: Xing.

    Unausgegoren ist, Symbole zu verwenden, die erklärungsbedürftig sind. Oft erlebt: "Ach das Ding kann angeklickt werden und macht das...?!" - bei Xing.

    Unausgegoren ist, wenn die Navigation reduziert wird und dabei Menüpunkte in völlig unpassenden Menüs landen. Beispiel: Xing - Unternehmen - Vorteilsangebote.

    Und diese Indizien für die Bestätigung des Zitats, das wohl Ausgangspunkt für diesen Blogeintrag war, findet man auf die Schnelle einfach so. Was mag man erst finden, wenn man sich ein wenig Mühe gibt?

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  3. Nun, auch 50% der Facebookuser sind nur 1* im Monat eingeloggt.
    Job für jede Plattform ist
    a) User generieren
    b) (selten) wiederkehrende User erhalten
    c) User zum häufigeren kommen animieren

    b) und c) soll durch den Relaunch erreicht werden.

    Plattformen nur mit Powerusern haben einfach nicht genug Masse.
    Plattformen, die nur auf Poweruser optimieren, scheiern schon an Schritt a) und wenn nicht da, dann bei b) und c). Sicher braucht man auch Poweruser., de sind sicher auch bei der Optimierung mitbedacht. Aber ohne User macht auch das Poweriuser sein wenig Spaß.

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  4. Weißraum ist für alle Designer ein großes Thema ;) Ich hab keine Vergleichsrechnungen gesehen aber angeblich ist der Weißraum nicht mehr geworden. Es sieht nur so aus. Hier kann ich mich aber täuschen und noch mal schlau machen ;)

    Scrollen muss man auch bei Twitter und Facebook, eBay und überall anders. Scrollen musste ich auch vorher bei der Startseite. Es hart dem Unternehemnsergebnis offenbar nicht geschadet. Was ich noch lieber hätte wäre ein Autoload, wenn ich unten bin, wie bei Twitter ;)

    Stimmt, das Klicken ausserhalb der Startseitenlkommentarbox hat mir auch schon Messages geschluckt. Das macht mich muffig ;) Sie haben das sicher schon an support@xing.com als Bug gemeldet, oder? ;)

    Logos statt Worten haben in Navigationen den Vorteil, dass verschiedene Sprachversionen kein verschiedenes Layout erfordern. Mit 'Mausdrüberschweben' kommt dann der Text. Gelernt ist das aus Programm/OS wie Windows, Word oder aus Browsern.

    Ich fand jetzt eher, dass in Relation zu Nutzen und Funktionsvolumen den 'Best Offers', wie die Vorteilsangebote früher hießen, einen eigene Menuepunkt zuzusortieren etwas gewagt war.

    Jetzt ist es in dem Menü, bei dem man sich darüber informierten kann, was Firmen auf XING so bieten, das scheint mir konsistent. Wo hätten Sie es denn konkret hinsortiert? Startübersicht? (Man sollte immer kontruktiv kritisieren ;) Hätten Sie z.B. den Weißraum vermindert und mehr Links pro cm2 platziert, längere Linknamen erwähnt und Best Offers in der Topzeile gelassen?)

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    1. Nichts gegen Weißraum. Aber wenn ich Platz *habe*, dann soll er genutzt werden. Ihn explizit, ausdrücklich und demonstrativ *nicht* zu nutzen ist respektlos gegenüber meiner Investition in leistungsfähige Gerätschaften (die bei der Zielgruppe nicht unüblich sein dürften).

      Nichts gegen Icons, aber sie sollten die erwartete Funktion enthalten. Das Stern-Symbol ist das internationale Zeichen für "Lesezeichen anlegen" (siehe rechts in der Browser-Adreßzeile). Daraus einen "Interessant"-Knopf zu machen ist nicht ergonomisch.

      Auf allen Webseiten, die ich kenne, bedeutet der Menüpunkt "Unternehmen" so viel wie "Informationen über dieses Unternehmen, dessen Webseite Du gerade besuchst". Wenn ich ein Hotelzimmer über die Best Offers buchen will, interessiert mich das Unternehmen Xing aber herzlich wenig. Wäre der Platz besser ausgenutzt, hätte man problemlos einen "Best Offers"-Menüpunkt unterbringen können, in dem dann z.B. die Rubriken oder ggf. auch die meistgenutzten Best Offers aufgeführt sind. Es ist einfach ein separates Angebot von Xing, das mit dem restlichen Inhalt nichts zu tun hat.

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  5. Tom Oberbichler26. Juni 2011 um 20:19

    Ich liebe die Menschen und bin fasziniert von den vielen, unterschiedlichen Landkarten der Wirklichkeit, auf die ich täglich treffe.

    Ich bin Xing sehr dankbar, für die Erfahrungen, die ich rund um den Relaunch machen durfte.

    Eine meiner Grundannahmen, dass die am weitesten verbreitete Angst, die vor Veränderung ist, hat sich wieder einmal bestätigt.

    Unglaublich, wie Menschen, wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen herumlaufen und sich beschweren, weil ein Spielzeug die Form verändert hat.

    Sehr spannend! Und ich finde die Weiterentwicklungen im Übrigen hilfreich und nützlich und bewundere das Tempo mit dem Verbesserungsvorschläge umgesetzt werden.

    Lets Xing!

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  6. Genau so. Einfach fragen: OK, was geht jetzt (besser) und das tun ;)

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  7. Also in Weißraum misch ich mich nicht ein, den überlasse ich den Designern.

    Ich hätte jetzt gedacht das Sternchen dient der 'Wertung', siehste? (Ich geb zu der Effekt des Sternchens bei XING iust... originell ;) Alternativvorschlag? Ein '+'?

    Unternehmen: deswegen heißt der Menüpunkt zwar noch so, ist aber eben durch ein Firmengebäude dargestellt. Alternatiuvvorschlag? "Firmen"? (Da sieht man den Plural...)

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  8. Ich nehme mal das Gros Deiner Antwort als Bestätigung meiner Kritik (meine Lesart - - siehe welche Usergruppe supportet die jeweils andere?!). Der Vergleich mit anderen Platformen hinkt,
    a) da Facebook und andere ganz klar auf Masse setzen.
    b) wenn ich schon vergleichen will, sollte ich mich am Besseren orientieren.

    Ich bestätige gerne, dass der Mensch an sich träge ist und sich schwer an Neues gewöhnt. Wo ich nun was finde, hatte ich nach 3 Tagen verinnerlicht. Aber der Klick/Scroll/Find Aufwand ist auch jetzt nach fast einem Monat höher. Und das passt mir nicht

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