23.12.2012

Die Grammatik der Theologie: Frau Schöder und das Göttliche


Eintrag 'Gott' im Grimmschen Wörterbuch.


In Politik: Grammatische Großtat, theologischer Geistesblitz? schreibt Uli Fricker als Kommentar:

"Statt „der liebe Gott“ könne man auch „das liebe Gott“ sagen, meint die CDU-Frau.
Eine grammatische Großtat ist das nicht, auch kein theologischer Geistesblitz. Falsch bleibt falsch, auch wenn man es gut meint."


Mein Kommentar dort:


Nun,
Luise Pusch erklärt (sogar in einer Glosse aus der Courage aus den 80ern), dass das germanische Wort für Gott, guda, göttliches Wesen, sächlich war.

Und der Papst erklärt, Gott habe kein Geschlecht.

Wo liegt nun Frau Schröder, die es mir ansonsten fern liegt zu verteidigen, GENAU falsch?

Ist sowohl theologisch als auch sprachgeschichtlich up to date - UND gleichzeitig astrein so konservativ wie Papst und Germanen zusammen.


Ergänzend:

Abgesehen davon übrigens, hat Frau Schröder nie vorgeschlagen, "das Gott" zu sagen (wie es der Südkurier in einer Abstimmung behauptet), sondern das als eine beispielhafte Antwort auf die hypothetische Frage ihres Kindes nach dem Geschlecht Gottes genannt. Etwas lesendes Textverständnis sollte man auch von Journalisten, als Nicht-Theologen und Nicht-Linguisten verlangen können.

Aber was den Germanen und dem Papst recht ist, könnte der CSU ja billig sein.
Oder der BILD. 45% der Südkurierleser immerhin, fänden den nicht-gemachten Vorschlag sogar gut. (Due Umfrage ist leider nicht verlinkbar.)