30.11.2013

Weihnachtsstress vermeiden... fängt im Januar an (Blogparade)

Update: Dieser Beitrag wurde in der Blogparade als Gewinnerbeitrag ausgelost. Dnake ;)
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Mit einer Blogparade "against the Pre-Christmas-Stress"? bereichtert Meike Leopold vom Salesforce-Blog, die Vorweihnachtszeit.

Ich würde hier mal versuchen, ein paar Prinzipien, die ich aus "Getting Things Done" gelernt habe, auf diesen Problemkomplex anzuwenden.

Stress
Die GTD-Hypothese ist: "Stress ensteht dadurch, dass wir Dinge, die wir zu tun haben' (Stuff) im Kopf statt in "vollständigen und verlässlichen Systemen" aufbewahren. Das führt entweder zu viel Aufmerksamkeit (ineffizient) oder zu wenig Aufmerksamkeit (Deadline-Stress, vergessen) auf den "Stuff".

Die Lösung aus GTD-Sicht ist - vereinfacht dargestellt:
- aufschreiben
- entscheiden, wie der Endzustand sein soll (wann ist es erledigt?)
- nächsten Schritt notieren
- Liste angucken
- machen

Fokus
Ein anderes Prinzip von GTD ist: Fokus.
Heißt: Wenn ich mich auf eine Aufgabe, eine Sichtweise, eine Gruppe gleichartiger Tätigkeiten konzentrieren kann, dann kann ich effizienter arbeiten. Das bedeutet auch: alles, was mich ablenken könnte, oder was erneuten "Kopfaufwand" erfordert, wegzusortieren.

Ein Beispiel:
Auf meiner Einkaufsliste oder meiner täglichen Todoliste könnte stehen "Geschenk Mama?".
Das ist natürlich nicht effizient, denn dann denke ich täglich darüber nach, was ich einer Mutter zu Weihnachten schenken könnte

Es gibt hier mehrere Varianten
1- Ich notiere (so würde es bei mir heißen): "Call: Mama wg. Xmaspres" (ich tippe oft am Handy, daher so ein denglisches Abkürzungskauderwelsch), rufe an, notiere, was sie sich wünscht (der Zettel liegt übrigens grade neben mir) und bespreche mit meiner Frau, dass sie beim nächsten Apotheken-/Kosemtikshopbesuch das entsprechende mitbringt (ich bin so selten shoppen). Delegieren ist wichtig ;).

2- Ich habe einen Todolisteneintrag für jeweils 4 Wochen vor Weihnachten (den schiebe ich danach auch 4 Wochen vor Muttertag und 4 Wochen vor dem Geburtstag meiner Mutter). Er lautet in etwa: "idee : Geschenk Mama: ___" Jetzt gibt es zwei Varianten. entweder meine Mutter äußert irgendwann beiläufig, was sie sich mal wünscht, dann notiere ich es da und besorge es. Oder ich bespreche mit meiner Frau (sie eher sowas mitbekommt, was sich eine Mutter wünscht, da die öfter mal zusammen shoppen sind) oder mit meiner Mutter direkt Ideen und Wünsche. Rest wie oben.

Und solche Prozesse wie oben habe ich natürlich auch für alle anderen Personen, die ich regelmäßig beschenke. Ich habe sogar ein kleines Lager für sofort gekaufte Geschenke (z.B. vorzeitig gekaufte Buchclubware etc.) , aus dem ich dann die entsprechenden Präsente ziehen kann.

Das ist keine Anpassung des GTD-Prozesses für Geschenke. Der "idee:"-Eintrag ist sozusagen eine "Kontextliste" für "Geschenkideen für ...".

Termine
Neben den Geschenken sind natürlich auch die Terminhäufungen ein Problem vor Weihnachten.
Eine Familie, die wir kennen, ist jedes Wochenende unterwegs. Mit ihnen sind wir lose "einmal unter der Woche vor weihnachten zum Wintergrillen im Schnee mit Siedler-Spieleabend" verabredet. Das kann dann passieren oder nicht.

Ein Nachbar macht immer am vierten Advent im Anschluss an das Weihnachtsliederkonzert des Musikvereins einen abendlichen Glühwein-und-Kekse-Treff auf seiner Terasse. Das ist ein fixer Termin, den man sich sogar schon im Jahr vorher eintragen kann.

Mit einem anderen Ehepaar haben wir einfach für Januar einen Spieleabend ausgemacht. Aber einfach jetzt schon. Dann hat man dann keinen "Leerlauf" und jetzt keinen Stress.

Taktiken also: Schieben auf Januar/Februar, regelmäßiges lang vorher einplanen, Termine auf "wenn es mal passt spontan" einplanen.

Mail
Ja. was mich vor Weihnachten ehrlich gesagt am meisten stresst ist, dass ab Mitte November jede Firma meint, sie müsse mich mit Jahresendangeboten zupflastern. am besten noch mit täglichen Adventskalendermails. Ich freue mich, wenn mir jemand eine physikalischen Adventskalender zusendet (Adresse im Impressum ;) ). Ich freue mich NICHT, wenn jemand meint, ich müsse täglich eine Werbemail von ihm bekommen. Oder auch nur eine. Dringend noch vor Weihnachten. Grade wenn es am Schreibtisch etwas ruhiger wird, soll ich mich durch diesen Wust arbeiten Nö.

Meine alte Lösung:
Werbemails gingen per individuellen Filtern in eine separate Inbox, die ich erst irgendwann am Tag mal quer durchschaue, ob sich nicht etwas relevantes dahin verirrt hat.

Meine neue Lösung:
Gmail kann nun Werbemail erkennen und sortiert sie in einen extra Ordner. Schwer abbestellbare oder gelegentlich interessante Werbemail wird per Automatik mit dem Etikett "..del" versehen. In den ..del-Ordner gucke ich kurz, wenn da nix ist, markiere ich und lösche alles. Den Rest-Werbeordner gucke ich manchmal 1-2 Tage gar nicht an. Und wenn, dann scanne ich die Headlines, markiere ich einen Stapel und lösche ihn.

Beim Mail-Thema ist es aber, wie bei den oben erwähnten Themen auch: Man sollte hier das ganze Jahr Ordnung halten, dann hat man auch den Weihnachtsstress im Griff.

Fragen, Vorschläge, Alternativen? Freue mich auf Kommentare.

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Kommentare:

  1. Dieter-Michael Last1. Dezember 2013 um 17:56

    Weihnachtsstress vermeiden...
    ...das fing bei mir ganz anders an: Ich bin zwar nicht in der Kirche, sehe mich aber durchaus als Christ. Und so fragte ich mich, was Weihnachten mit Christus und meinem Glauben zu tun hat. Weihnachtsbaum, Weihnachtsmann, Weihnachtsmarkt, Weihnachtslieder, Weihnachtsgans, nicht zu vergessen Weihnachtsgeschenke. Das alles war dem Namensgeber der Religion fremd, die vorgibt, mit diesem Fest seinen Geburtstag zu feiern. Nicht mal das Datum stimmt, wie man inzwischen überall und bis hin zu »Bäckerblume« und »Apotheken-Rundschau« nachlesen kann.
    »Getting Things Done« - genau das habe ich nach obiger Erkenntnis getan. Einfach entschieden, aus dem Weihnachtsstress auszusteigen. Kein Weihnachtsbaum - das vermeidet Dreck in der Wohnung und ist zudem ökologischer. Kein Weihnachtsmann - der kam einfach zum Klapperstorch und zu Neckermann. Kein Weihnachtsmarkt - denn 50% von dem angebotenen Plunder hat man schon oder braucht ihn definitiv nicht. Und die anderen 50% machen eh nur dick oder blau oder beides. Keine Weihnachtslieder - da sie ähnlich bigott sind wie die Volksmusik, egal ob von den Regensburger Domspatzen oder von AC/DC, wurden sie schon immer abgedreht. Das sind Wochen, in denen in meinem Radio ausschließlich Sender der Sparte »Sabbelfunk« laufen. Ersatzweise mein iPod. Keine Weihnachtsgans - ich bin eh Vegetarier, zumindest bei den aufs Fest hin produzierten Gänsen. Und vor allem keine Weihnachtsgeschenke - denn meine »Mama« bekommt regelmässig etwas und alle anderen auch. Aber zu Weihnachten bekommt niemand etwas. Und ich auch nicht, was ein wundervoller Nebeneffekt ist, denn das meiste davon braucht man nicht (und möchte es auch nicht).
    So, und damit »Got Things Done« - was unglaublich befreit hat. Während sich alle Welt, bis hin zu islamischen Arabern und schintoistischen Japanern, weihnachtlich stressen läßt, bin ich entspannt. Außer vielleicht beim weihnachtlichen Werbe-Tsunami, der nicht nur durch die Kreativbrille erschreckend öde ist. Aber das packe ich dann schon noch. »Das Leben ist eben kein Ponyhof« oder was dazu es an sinnvollen Sprüchen sonst noch gibt.

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  2. Da ich hier erst auf die Blogparade aufmerksam wurde, möchte ich entsprechend auch hier auf meinen Beitrag dazu verweisen.
    http://www.kreativ-produktiv.de/weihnachten-stressfrei/

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