01.01.2014

Google+ Communities: ein kleiner Guide

[Dieser Artikel wurde ursprünglich am 10.12.2011 für das Pearson-Blog geschrieben.
]
[Dieser Beitrag von mir erschien am Tag nach der Einführung der Google+ Communities im Dezember 2011 im Weblog von Pearson Education Deutschland.]
Es war ja sehr nett, dass Google mit dem Freischalten seiner Google+ Communites bis eine Woche nach dem erscheinen meines Google+-Büchleins gewartet hat. Aber jetzt steht natürlich etwas Update-Arbeit an.

Was sind Communities?
Nun, nichts anderes als Foren. Big deal. Big deal. Im Prinzip sehr ähnlich zu den Google Groups (die ja auch das alte Usenet/Dejanews umfassen) oder - wenn ich mich recht entsinne - den Gruppen auf dem frühen Google-Network Orkut - oder eben denen auf XING. Die Nutzung ist kostenfrei.

Was bieten Communities?
- Communities können offen (öffentlich, mit oder ohne Freischaltung bei Beitrtrittsantrag) oder
- geschlossen ("privat", nur auf Einladung bzw, so die URL bekannt ist, Beitritt auf Antrag), und,
- so sie "privat" sind in der Google+-Suche (durch Mitglieder) findbar
- oder eben "privat" und unsichtbar sein.

Öffentliche Gruppen sind dann wohl immer durch alle bei Google+ und Google Suche findbar, so wie das Wort öffentlich bei Google+ benutzt wird. Also grob ähnlich wie bei den schwer unterbenutzten Gruppen auf Facebook. Aktuell sieht es so aus als seien diese Einstellungen später nicht mehr editierbar, man sollte sich das also genau überlegen.

Ein Gruppe hat einen Namen, eine Kurzinfo, eine eigene URL und ein Profilbild (min 250*250 Pixel, quadratisch).
Dei URL ist aktuell nur eine "ZahlenURL", VanityURLs gibt es (noch) nicht.
Zudem können sie eine Beschreibung und einen Ort haben.

Einladen in eine Gruppe kann man maximal die eigenen Kreise, ansonsten kann man nur die URL öffentlich posten und zur Registrierung auffordern -was nicht bei geschlossenen unsichtbaren Gruppen geht. Zudem gibt es offenbar ein Limit, wie viele Leute man (zu Beginn?, auf ein Mal?) einladen kann - wo das genau liegt, habe ich noch nicht herausfinden können. Eine Umfrage ergab Limits zwischen 42 und 128.

Eine Community hat verschiedene "Unterforen" , in denen man wie Bei G+ gewohnt Artikel einstellen, Kommentieren und "plussen" kann. Sharen geht nur bei öffentlichen Communities, logisch. Das ist dann auch die Schnittstelle zum normalen G+-Stream, in dem Communityinhlate nach meiner Wahrnehmung sonst nicht auftauchen.

Zudem kann man auf Basis von Gruppen (wie bei XING und Facebook) Events und, wie nur bei G+, Hangouts veranstalten.

Aktualisierungen in den Gruppen tauchen als kleine Rote Zahl an den Gruppenlogos auf der Communityseite auf und im roten Zähler rechts oben. Den roten Ticker kann man für eine Community insgesamt abschalten. Im Ticker (und auf der Community) tauchen für die Moderatoren (soweit ich sehe aktuell nur ein Mod/Community möglich) auch die Beitrittsanfragen auf.

Zudem kann man in den Communities - wie auch in Facebookgruppen - komplett per Mail kommunizieren, sofern man sich entsprechend benachrichtigen lässt.

Als einzige Benachrichtigungseinstellung mit Bezug auf Communities kann man aktuell im Konto wählen, ob man bei einer Einladung in eine Community per Mail oder in der App benachrichtigt werden will. ansonsten gelten wohl die normalen Benachrichtigungseinstellung für Posts.

Wie unterscheiden sich Communities von Kreisen / Circles?
Das war die erste Frage, die mir zu den Communities entgegenschallte.
Nun, recht simpel:
- Wer in einem Kreis ist, entscheide ich.
- Wer einer Gruppe beitritt - oder drin bliebt, entscheidet der Beitretende bzw. Moderator. D.h. man könnte sagen: es sind moderatoren-kuratierte Kreise, zu denen man sich auch selbst hinzufügen kann. Sehr grob, aber eben eher wie Foren ;).
- Kreisinhalte können "selektiv getickert" werden (man dämpft die Menge an Posts, die man aus einem reis sieht) oder im Stream übersehen werden.
- Communityinhalte tauchen (immer?) im Ticker oben rechts auf. (Wie bei Kreisen mit Tickerflag.)

Wer kann und sollte Communities einsetzen?
- Ich habe selbst festgestellt, dass ich einige Pages hatte, die an sich eher zur Kommunkation einer (bestehenden) Gruppe deinen sollten und war etwas unschlüssig, wie ich die zum Brummen kriege, das die Zahl der Mitglieder recht klein ist. Diese baue ich jetzt in Communities um.
- Zudem transferiere ich einige Gruppen von Facebook hierher, da Google+ für mehr Leute (im Realnamenmodus) akzeptabeler ist als Facebook. (Sag ich mal als Hypothese.)
- Alle themenbasierte Interaktion (z.B. zu Webdesign, Selbstmanagenement o.ä.) vor allem wenn daran Events oder Hangouts hängen sind prädestiniert für den Communityeinsatz.
- Bei öffentlichen Communities gibt es sicher auch eine Suchmaschinenrelevanz.

Und was soll das?
- Am Freitag bei der Einführung gab es eine Flut von Communitygründungen und einen Overflow des roten Tickers mit Einladungen und Posts, das könnte sich wieder beruhigen oder schlimmer werden.
- An sich führt Google hier etwas wenig Innovatives aber einfach Verständliches ein, das primär die Adoption von Google+ beim "Normalnutzer" pushen könnte. Denn für Vereine o.ä. wäre diese Communityform, der "Selbstkuratieren Kreise" mit Events und Hangouts (z.B. für Besprechungen) sicher nicht uninteressant.

Was muss da noch passieren?
Einige Features sind noch unvollständig oder müssen massiv verbessert werden
- Nachträgliche Änderung von Zugangs- und Suchoptionen mit Alert an die Community - nur so kann man eine bestehende Community wechselnden Bedürfnissen anpassen. (Leaken kann ja ohnehin immer eine "vertrauliche" Diskussion.)
- Selektives Einblenden/Ausblenden von Unterforen in den Ticker, so dass verschiedene Arbeitsgruppen die selbe Community nutzen können.
- Filter wie "Tickerupdates nur bei Posts/Kommentaren von Mitgliedern in meinen (erweiterten) Kreisen" (vgl Facebook-Gruppen)
- Forenupdates nicht nur im Ticker sondern - wie z.B. bei XING- auf einer Page für alle Communities (Es gibt zwar was auf der Notificationpage, aber das ist zu generell und zu undetailliert).
- "sprechende" Vanity-URLs (mit den entsprechenden markenrechtlichen Problemen)

Fazit
Google hat hier für Google+ ein zwar nicht final innovatives aber doch sehr breit verständliches Produkt gebaut, das die Adoption von Google+ massiv befördern kann.
Sowohl "private" als auch öffentliche Communities sind für die jeweiligen Zielgruppen - für bessere Kommunikation oder größere Reichweite - attraktiv, die Synergie die bisherige Struktur von Google+ mit den Circles und die Möglichkeiten, Events und Hangouts auch für Communities zu nutzen, tragen weiter zur Attraktivität bei und werden ggf. die Anbieter gerade von einfacheren Vereinsplattformen unter Druck setzen und die Tendenz zum Google-Login weiter befördern.
Auch für Firmen - vom Konzern bis zum Einzelkämpfer - gibt sich hier eine neue Möglichkeit zur intensiveren Kommunikation mit Multiplikatoren, sei es bei Mitarbeitern, Partnern oder Kunden.

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So, was fehlt im Guide? (Bildchen mach ich ggf noch...)

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