03.07.2008

Identi.ca: Twitter in Open - Bemerkungen zur Öffnung des Social Graph

Seit gestern Abend (und ich war mal wieder offlien) geistert identi.ca durchs netz, als 'Twitterkiller' - als ob Twitter nicht schon genug Probleme hätte.

An sich tut das Ging das selbe wie Twitter und seine Clones: 140 Zeichen Messages an alle oder die eigenen Kontakte.

Aber es gibt signifikante Unterschiede:
How is Identi.ca different from Twitter, Jaiku, Pownce, Plurk, others?

Identi.ca is an Open Network Service. Our main goal is to provide a fair and transparent service that preserves users' autonomy. In particular, all the software used for Identi.ca is Free Software, and all the data is available under the Creative Commons Attribution 3.0 license, making it Open Data.

The software also implements the OpenMicroBlogging protocol, meaning that you can have friends on other microblogging services that can receive your notices.

The goal here is autonomy -- you deserve the right to manage your own on-line presence. If you don't like how Identi.ca works, you can take your data and the source code and set up your own server (or move your account to another one).


Quelle: Faq - Identi.ca

D.h. Identi.ca macht mit 'Presence' das, was wir von E-Mail kennen. Oder von Jabber oder OpenID: Man hat selbst die Kontrolle über den eigenen Presencestream (und das eigene Netzwerk?) und kann 'notfalls' sogar selbst einen Server aufsetzen lassen.

So wie ich von Web.de ail nach gmail.com schicken kann, kann ich auch zwischen verschiedenen, Laconica-nutzenden Netzwerken Presencemessages hin- und hersenden. D.h. 'Wo jemand twittert' ist dann Banane.

Nicht nur identi.ca beschäftigt sich mit dieser 'Individualisierung des Social Graph', es gibt in diese Richtung schon einige Überleungen, dei mit FOAF und XFN begannen, über Noserub und OpenID weitergingen und jetzt in Identi.ca und HelloWorld münden.

D.h. so wie viele Leute bei 'anderen Services' Bloggen aber im Idealfall ihre Beiträge und Kommentare 'erausziehen' können und transferieren und sie auf ihrem eigenen server aufsetzen können im eigenen Blog, so werden auch Social Networks etwas, was primär aus Schnittelstellen besteht, die man, so man mag, auch vom eigenen Server aus 'bedienen' kann.

ping.fm und gnip sind da zwei andere aktuelle Stichworte, die zum Teil hier in den letzen Tagen schon in den Bookmarks gefallen sind. Im Falle von Gnip ist das ein reines API-Übersetzer-Protokoll, im falle von ping.fm und Messagedance zentrale Dienste, die Presenceströme verteilen.

Der Weg vom 'user generated content' zu den 'user generated/hosted applications' geht, beginnend mit den Blogs und ausgreifend auf Presence und Social Networks, weiter.

Ach ja, noch ein Wort zum Twitterkiller: In einer Quelle wurde das Laconica-Protokoll als mögliche Twitter-Retter bezeichnet, man wird nämlich eben eigene Server aufsetzen können,w as Strukturen wie Twitter, so sie Laconica anbinden, massive Entlastung bringen könnte.


Update:

Evenfalls zu identica:
http://blog.webmaster-homepage.de/item/2029



Facebook Kommentare