17.12.2008

Null Ahnung von Blog-PR

Update: Der Absender hatte zeitnah versucht mich telefonisch zu erreichen und erklärt jetzt per Mail, er habe mir "versehentlich den falschen text geschickt" und wolle mich zu der Veranstaltung einladen. - Hm, so GANZ viel informativer macht das die Pressemitteilung nicht wirklich. Und es spricht dafür seine Journalistenverteiler und Bloggerverteiler sorgsamer zu trennen. Journalisten schmeißen Mist in den Papierkorb. Blogger bloggen, wenn sie was nervt ;)


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"Guten Tag,

wir bitten um Veröffentlichung folgender PR-Meldung:"


So unpersönlich beginnt die Mail, die ich gerade bekommen habe, danach wird die Pressekrise skizziert und es werden eine Reihe von Fragen gestellt, die man verspricht zu beantworten.

Irgend einen Hinweis darauf, warum man mir schreibt oder warum man glaubt ich würde Presseinfos 1:1 verteilen, findet sich nicht. Was ich davon als Blogger haben soll (Exklusivinfos, Interview, wasimmer) erfahre ich auch nicht.

Ein Klick auf ein Eventlink zeigt, dass man für *vier* Stunden Info auch noch 20 EUR Eintritt zahlen soll.

Und man erfährt, man wolle die Lokalpresse retten, indem man Blogs vernetzt.

Bei so viel Blogkompetenz *kann* das ja nur gut gehen.

Ich hab denen jedenfalls gratuliert, dass sie die für am Blogger am wenigsten geeignete Ansprache gewählt haben.

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Kommentare:

  1. ...um dann in epischer länge einen super tollen Blogpost zu verfassen, ihn zu clippen - sprich auszudrucken - und ihnen am Postweg zukommen zu lassen...

    Bekam vor einiger Zeit ein ähnliches e-Mail in dem ich um einen "Blogger" gebeten wurde. Auf höfliche Nachfrage stellte sich heraus, dass der Agentur-Heini damit einen Blogpost gemeint hat.

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    1. Ja logisch. Wenn man was publiziert wollten sie einen Beleg. Heißt: "wir scheißen zwar Blogger mit unpersönlichen Mails zu, wissen aber nicht, wie Blogmonitoring geht"

      Obigen Beitrag finden sie eh nur wenn sie auf das Xing-Link monitoren ;) Oder wenn sie auf meine muffige Mail hin mal in mein Blog gucken. (uuunwahrscheinlich)

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  2. Tja, so ist das mit diesem web2.0! Alle wollen es, aber die wenigsten wissen, was das überhaupt ist, geschweige denn wie es geht! ;-)

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    1. Das hat eigentlich nicht viel mit Web 2.0 zu tun, sondern mit dem Fehlen grundlegender Kommunikationskompetenzen. Ich kriege auch immer wieder solche Anfragen völlig unabhängig vom Web 2.0, bei denen ich mich frage: Was wollen die eigentlich von mir, und was hab ich dann davon? Die beste war die, in der mir jemand Arbeiten abnehmen wollte, die bei mir gar nicht anfallen, was er hätte wissen können, wenn er mein Angebot genauer studiert hätte. Der Mensch wollte dann dafür 2/3 vom Umsatz haben. ;-)

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    2. Natürlich geht es um Kommunikationskompetenz, Alex. Aber es hat sehr wohl auch was mit web 2.0 zu tun: Da funktioniert Pressearbeit eben nicht mehr wie zu den Zeiten, als man nur offline kommunizierte.

      Aber viele, die Pressearbeit damals gelernt haben, meinen jetzt, sie könnten das 1:1 übertragen: einfach mal auf Masse gehen und Blogger ungefragt mit Pressetexten bewerfen. Hat man doch beim Faxen auch so gemacht. ;-) (erzählt die Ex-Zeitungsredakteurin aus leidvoller Erfahrung)

      Aber schon damals ist das nicht als gute Pressearbeit angesehen worden! Für solche Fälle gab es auch in den Redaktionen schon immer die berühmte "Ablage P" (=Papierkorb) ;-)

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  3. web2.0 wat'n dat? bloggen und so, oder? Nee, ne?

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  4. Also echt jetzt mal, Oliver - das hättest Du doch nun wirklich mal machen können -oder?!
    Das klingt doch nach einer echt coolen Sache!! ;-)
    Vielleicht hättest Du Ihnen anbieten können, das Ganze auch noch über Deinen Twitter Account zu verlinken - immerhin geniesst Du eine gewisse Credibility... ;-)
    Ganz ehrlich, ich glaube, die wissen gar nicht, was monitoring ist, wenn Du mich mal fragst... ;-)

    Schon wirklich witzig, was für Anfragen so reinschneien... ;-)

    Liebe Grüsse und einen tollen Abend,

    André

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  5. Hallo.

    Es ist ein andere Art von Spam, dass wir Bloggers leiden müssen. Ich frage mich wie hoch die erfolg Quote sein soll, 1 pro 1000? ...pro 1000000? …eigentlich egal.

    Ignorieren, leider gibt dafür keine effektive Antispam.

    Grüß, un sorry für mein Deutsch
    David

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    1. HM, ICH würde es nicht unter Spam fassen sondern unter 'kommunikationskulturell verwirrt'. Es beruht auf einem Irrtum. Auch auf einem massivem Irrtum über PR

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