21.04.2008

Schreibtipp 3: Mindmaps

Rechts in meiner Seitenleiste habe ich seit kurzem ein Widget, mit dem man sich hier Themen wünschen kann. Das am häufigsten genannte Thema war 'better writing'. Also hier eine kleine Serie dazu.

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Tipp 3: Mind-Maps

An sich ist das weiße Papier für die schreibenden weniger Angstmacher als Herausforderung. Allerdings wird die negative Wirkung des leeren Papiers immer mal wieder ins Feld geführt, wenn von der berühmten 'Schreibhemung' die Rede ist.

Nun mag jene Hemmung eintreten, wenn es darum geht, gleich ein Romankapitel oder eine wohlgerundete Kurzgeschichte aufs Papier zu werfen
wer aber einfach mal ein Stichwort oder Thema sprachlich zu durchleuten beabsichtigt, kann es ja mal mit folgender Abwandlung der Mind-Map-Technik versuchen:

(Wobei es wichtig ist, zwischen den Worten Linien zu ziehen und um die Worte Kreise zu malen, auch keline Bildchen sind, so Talent vorhanden, erlaubt, den das bringt die 'Worthälfte' und die 'Bildhälfte' unseres Gehirns zusammen und erlaubt uns sozusagen auf '2 Zylindern' kreativ dahinzutuckern.)

1) A4-Blatt quer nehmen und in dei Muitte ein wort schreiben, sagen wir (auch wenn es beim Blick nach draußen schwer fällt), "Frühling". Kreis drum malen und mindestens 6-8 "Sonnenstrahlen", die davon weg führen (aber nur etwa so lang, dass außenrum noch genügend Platz ist).

2) Nun wird das Blatt 'geviertelt', ein senkrecht stehendes Kreuz teilt es in vier Teile. An den Rand schreiben wir jeweils in dei Viertel:
- Nomina/Hauptwörter (oben links, also: Haus, Baum)
- Adjektive/Wie-Wörter (oben rechts, also: schön, grün)
- Verben/Tunwörter (unten rechts, also: klettern, abuen)
- Adverbien (unten links, also: (rennt) schnell, (klettert) geschickt)

3) Jetzt füllen wir mindestens 2 Strahlen pro Viertel mit passenden Wörtern in der richtigen Wortart auf, also z.B. Hase, Nest, Ostern, schnell, rennt, versteckt, hastig, braun, grün etc. es düren so viele Strahlen pro Viertel sein, wie Platz ist. (Man kann sich auch vorher schon A3-Blätter basteln ;) )

4) Jetzt kriegt jedes Wort des 'ersten Rings' nochmal einen (oder mehrere) Strahlen zum Blattrand hin und wird mit neuen Worten, gern unabhängig von ihrer Wortart aufgefüllt.

5) An sich sollten wir jetzt genügen 'Material' für zumidnest einen kleinen Text zusammen haben. Ja? Nein? Wenn uns jetzt nichts zu schreiben einfällt, haben wir wirklich ein Schreibblockadenproblem, wir geben der Übung den 'Dritten Grad'.

6) Blatt so kleinschippeln, dass auf jedem Fitzelchen eines der Wörter steht. In einen Behälter (Hut, Sack, ...) werfen und je nach Textziel werden jetzt zufällig Worte gezogen und auf ein 'Entwurfblatt' geklebt:
- für ein Gedicht jeweils 3 Worte in eine Zeile sortieren
- für einen Prosatext jeweils 4-5 der Worte einem (Ab-)Satz zuordnen

7) Gedicht oder Prosatext schreiben (das Gedicht muss sich nicht reimen ;) ), in dem in der Zeile oder in dem (ab-)Satz jeweils die gezogenen Wörter vorkommen. wenn jetzt die eigenen Gedanken "fliegen", kann man sich von der Übung auch absetzen oder Wörter zwiscehn zeilen und Absätzen austauschen (wobei zu vermeiden wäre, dass das, was vorher an einem Strahl hing im Text zu nah aneinander vorkommt) und 'Schummeln'. wenn es weiter schwergängig bleibt: an der Übung dranbleiben.

Gratulation: 2 oder mehr leere Blätter sind jetzt voll und der Schreibblockade ist ein Schnippchen geschlagen.

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Folge 1: Schreibtipp 1: Der Notizblock
Schreibtipp 2: Lesen, lesen, lesen

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