12.01.2011

Geiz ist Geiz: Henne, Ei und Dioxin

Montag abend hatte ich eine Stammtischdiskussion um Dioxineier.

Ein paar Argumente wären da noch durchzugehen

a) "Auch Konsumenten von Bioeiern hatten Dioxin im Ei"
Nein, Bio-Eier-Hühner dürfen nur mit Bio-Pflazenöl gefüttert werden. Bioeiere sind also unbedenklich. (Sofern sich der Bauer an die Regeln hielt.) [Quelle: Wg. Biopflanzelölregel - Südkurier von gestren.]

b) "Egal wie billig etwas ist, ich muss davon ausgehen könne, dass es nicht gesundheitsschädlich ist."

Interessantes Argument.
Mein (provokatives) Argument war gewesen: "Schuld am Dioxinskandal sind an sich die Verbraucher. Und zwar vor allem diejenigen, die immer das billigste Nahrungsmittel kaufen."
Und zwar entlang der Logik, dass der Kostendruck immer weitergegeben wird und schließlich irgendwer dann eben auch Zulieferer hat, die soweit "optimieren", dass das angelieferte Produkt dann eine Qualitätsmangel hat, der dazu führt, dass das entstehende Nahrungsmittel eben nicht mehr unbedenklich ist.

Exkurs:
Zwischen 'unbedenklich' und 'gesund' klafft ja dann nochmal ne Lücke, ein "Industrieapfel" besteht aus Zucker, ein paar Ballaststoffen und Wasser, der ist mittelmäßig unbedenklich aber auch durch ein Glas Zuckerwasser und ein Löffel Leinsamen ersetzbar.

Und generell darf ja allerlei verkauft werden, das nicht gerade gesundheitsfördernd ist.

c) "Als Lieferant kann ich ja entscheiden zu welchen Preisen ich liefere und wann ich sage: 'Geh weg.'"
Mag sein, wenn mir der Betrieb allein gehört und mir egal ist, ob die Mitarbeiter arbeitslos werden. denn wenn ich das mache, mache ich irgendwann zu. Hat der Betrieb Investoren, so werden die dann doch eher Rationalisierung und Kosteneinsparungen als Weg vorschlagen. Das kostet einerseits weniger Arbeitsplätze als eine Schließung und erhöht aber den Kostendruck auf die Lieferanten mit dem skizzierten Ergebnis.
Der Verkauf von Industriefett als Futterfett ist dann die -natürlich ethisch inakzeptable- Kehrseite dieser Optimierung, nämlich auf der Einnahmenseite. Von außen gesehen ist dann halt Industriefett zu billig, wenn es zur Erzeugung krimineller Energie führt. (meien These dazu ist immer, dass, wo genügend Geld im Spiel st, auch kriminelle Energie generiert wird.)

Ich bleibe dabei:
- Wer das günstigste Nahrungsmittel kauft, kauft irgendwann Gift.
- Wer das günstigste T-Shirt kauft, fördert Ausbeutung von Frauen und Kindern. Auch wenn er das T-Shirt 'nur zum Malern' kauft.

Und darum fällt übrigens Geiz auch unter die Todsünden - egal was man vom christlichen Sündendenken hält: Da liegt es richtig.

Update: Ein KUnde von mir hat grade, wie ich sehe auch über das Problem geschrieben und erklärt genauer, wie er in seinem Biobetrieb vorgeht.

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