23.08.2008

Web 2.0, Datenschutz und Demokratie (ein kleines Pamphlet)

"Wenn wir es mit dem Datenschutz ernst meinen, müssen wir ernst machen. Der Teilrückzug aus dem Web 2.0 sollte beginnen."

Teilrückzug aus dem Web 2.0 | kopfzeiler.org

Was immer ein "Teilrückzug" sein soll (außer Gefasel; entweder ganz oder gar nicht):

Ich halte obigen Satz für massiv behämmert.

Warum?

Die Bundesrepublik beruht auf ein paar Grundpfeilern.

Persönliche Freiheit, Freiheit der Meinungsäußerung, Freiheit, sich zu Gruppen zusammenzuschließen (neudeutsch: sich zu vernetzen).

Das Social Web (Web 2.0 ist und bliebt ein wabberiger Sales-Drohnen-Begriff) bedeutet genau die Installierung obiger Prinzipien im digitalen und globalen Raum.

Diesen Raum aufzugeben, zu "räumen" und ihn Medienhäusern, Firmen, mehrdimensional kurzgehaltenen Berufsjournalisten zu überlassen, wäre der größte Bärendienst, den man der Freiheit und dem digitalen Raum erweisen könnte.

Wenn überhaupt wird sich zeigen müssen, wie politisch, sozial, wirtschaftlich und juristisch transformierend die "Strength of Weak Ties" vermag zu werden.

D.h. wenn wir...

* eine neue politische KULTUR (statt Geschwafel zwischen Wahlterminen)

* neue soziale NETZE (statt Ellenbogengerammle)

* neue Arbeitswelten mit neuer Kreativität (statt Hierarchiegenudel)

* neue "Rechtspersonen" (die den Wumms zusammenkratzen, um sinnlose Normen zu reformieren)

... haben wollen, dann werden wir die nicht beim Müslistampfen oder am Kneipentisch zusammenbasteln können sondern im Wesentlichen über digitale Kanäle und Vernetzung, über digitale Diskussion und Meinungsbildung.

Naturellement: "il faut cultiver notre jardin", aber der ist das digitale Netz und nicht der hinterm Haus.

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