11.09.2014

Über den Tod des Kommentars - und ein Lösungsvorschlag

"No comment – Wer leistet die Verdichtung?" schreibt Christoph Kappes und analysiert sehr schön die Rolle des Kommentars in der digitalen Medienwelt.



Sein Vorschlag (wenn ich recht verstehe), dass sozusagen 'öffemtlich rechtliche Kommentarsubcommunities' staatlich finanziertw erden sollen, ist originell, aber... ich glaube nicht tragbar. Er diskutiert auch einige andere Lösungen (für jedes Medium ein Watch-/Kommentarblog (an sich auch ne gute Idee, am besten eine Watchblogcommunity)), die fast in eine Richtung gehen, die ich vor Jahren mal vorgeschlagen habe:



Mein Kommentar bei ihm:



Ich habe vor Jahren mal den Tod des Trackbacks und des Kommentars vorausgesagt (dummerweise finde ich das Blogposting nicht mehr) -  bezogen auf Blogs, und einfach vorgeschlagen, wer was zu kommentieren habe, möge dann einfach irgendwo bloggen und jemand möge diese Konversation dann analysieren, darstellen und ggf. durch die Crowd filtern lassen.


Einige solche Dinge wie rivva haben wir gesehen und ich weiß nicht mehr, ob ich damals Google News schon kannte bzw ob es das damals schon gab.


Ich halte das immer noch für eine bessere Lösung und auch in der Blogosphäre ohne Massenmedien gab es schon Debatten, die sich verbreitet haben. Vielleicht etwas langsamer, sozusagen als "Shitbreeze", Das soll ja nicht zwingend als Nachteil gesehen werden. Den Kitt zwischen den Debatten können in der Tat die Social Networks schaffen, die auf der persönichen Schicht die gesellschaftlichen (=sozialen) Themen steuern und "Cues" geben für die Kommentarthemen im jeweils eigenen Blog.


Der Diskurs ist ja zwischen den Massenmedien genauso zersplittert wie im Web allgemein, eine Notwendigkeit für eine Zentrale gibt es nicht. Die Darstellungsplattformen für die verteilten Diskurse können verschiedene Modelle entwickeln, wie sie das machen und kuratieren (vgl. Slashdot-Kommentarrating) und es kann sich das Herausmendeln, das dem jeweils Diskursierenden genehm ist. Das wäre digitale Pluralität mit allen Vorteilen und fast ohne die Nachteile. (Außer, dass der Trolltraffic nicht mehr auf den Medienseiten wäre, nuuun ....)