Indistractable: Wie GTD den Fokus beim Arbeiten schärft (1)

Getting Things Done (tm)Warum gelingt es uns nicht, uns zu konzentrieren? Warum lassen wir uns ablenken? Warum prokrastinieren wir? Und ist das überhaupt wichtig, das zu können? Ja--: In diesem hübschen Artikel
Stanford psychology expert: The No. 1 work skill of the future
lernen wir zweierlei:
* Dass die Fähigkeit fokussiert zu arbeiten einer der wichtigsten Skills der digitalen Gegenwart und Zukunft ist
* Ein paar Tipps für den Umgang mit Smartphone, E-Mail, Gruppenchats, Kollegen etc.

Das Prokratstinations-Problem  liegt tiefer

Ich glaube, dass es mit Tipps und Tricks nicht getan ist,  weil das Problem viel tiefer liegt. Ich glaube, dass wir uns primär deswegen nicht fokussieren (können oder wollen?),  weil wir uns keine Alternative geschaffen haben. Wenn wir sowohl  "unvorbereitet" arbeiten als auch keine Taktiken haben, wie wir mit Unterbrechungen umgehen, dann ist die Verlockung einfach zu groß, sich stattdessen dem "Neusten und Lautesten" (David Allen) hinzugeben.

Es ist eine Serie!

Zuerst  dachte ich, "ja ja, ich erklär das ganz kurz mal in ein paar Sätzen, was wir bei Getting Things Done(tm) da machen". Dann habe ich gemerkt, dass die Herstellung von Fokus an sich den ganzen Workflow - das Kernstück von GTD - durchzieht und dachte; OK, gegen wir systematisch ran... was dann bedingt, dass dies eine kleine Serie wird.

Ablenkung an der Quelle bekämpfen

Fangen wir mit dem an, was am Anfang der Ablenkung steht: Es kommt ein euer Impuls in unser Leben: eine Mail, jemand, der uns beim Kaffeeholen oder auf dem Gang anspricht oder gar eine Idee, die in unserem Hirn spontan geboren wird: "Man sollte sich mal um X kümmern."
Das kann der Anfang eines Sturzes in das Kaninchenloch von Alice im Wunderland sein. Wollen wir nicht. Aber wie verhindern wir das? Unsere routinemäßige Reaktionsweise bei GTD heißt hier "Sammeln" (Capture/Collect). E-Mails sind hier super; sie sammeln sich von selbst ;) Bei fast allen andren dingen heißt es: Gar nicht erst versuchen, sie im Kopf zu behalten: aufschreiben.

Autocomplete? Böse!

Hier kann ich nur aus eigener Erfahrung sagen: "Sei nett zu deinem zukünftigen Selbst." Heißt: schreib es so auf, dass du später auch noch weißt, was du dir sagen wolltest. Und schau, ob die Autokorrektur zerschreddert, was du notieren wolltest. Ich habe gerade eine Notiz in der Sammlung im  Smartphone, die ich offenbar eingetippt oder diktiert habe "Architektur Support Münsingen Wegen Steißlingen Bauhaus". Das vorletzte ist mein Wohnort. Hier gibt es kein Bauhaus und in Münsingen kenn ich nur zwei Leute, soweit ich weiß. Keiner davon ist Architekt. Also: Ich hätte netter zu meinem zukünftigen Ich sein sollen.
So; inwiefern hilft das nun? Es hilft dabei, eine Unterbrechung - egal ob von innen oder außen - so ultrakurz wie möglich zu halten und damit die Chance zu erhöhen, dass man die Aufgabe, bei der man unterbrochen wurde, doch noch fast nahtlos und noch fokussiert fortzuführen. Denn so eine Notiz dauert nicht mehr als ein paar Sekunden und gibt die Sicherheit, dass man nichts vergisst.

Einfach mal ausprobieren.

Und weiter!

Wer jetzt denkt: "Prima, mach ich; dann hab ich gleich eine To-do-Liste,  mit der ich arbeiten kann!", den muss ich enttäuschen. Damit man nun mit dieser Sammlung wirklich "indistractable" (also: unablenkbar) wird, sind noch zwei weitere Schritte nötig. Zu denen kommen wir später.

Aber bis da hin:
Die beste Selbstverteidigung gegen Unterbrechungen von innen oder außen ist: Sofort notieren.

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