#Netzstimmen mit Magnus Rembold Software, Gemeinwohl, Demokratie

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 Erwähntes:

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KI Summarry I:

Inhaltliche Schwerpunkte

  • Gemeinwohl und Demokratie: Das Gespräch entwickelt eine Definition von Gemeinwohl als Orientierung am Nutzen für die Gemeinschaft statt nur am Eigennutz, und Demokratie als Prozess, in dem das Volk wirklich mitgestalten soll.

  • Kritik an repräsentativer Politik: Es wird kritisiert, dass Parlamente und Parteien oft nicht mehr die Vielfalt der Bevölkerung abbilden und echte Beteiligung zu selten stattfindet.

  • Digitale Souveränität: Remolt beschreibt Software, die Gruppen, Vereine und Initiativen zusammenbringt, ohne auf große US-Plattformen angewiesen zu sein.

  • Systemisches Konsensieren: Das Verfahren wird als Entscheidungsmodell vorgestellt, bei dem Widerstand gegen Vorschläge gemessen wird, statt nur Mehrheiten zu zählen.

  • Mobilität im ländlichen Raum: Das Gespräch streift Carsharing, Mitfahrgelegenheiten und digitale Infrastruktur als gemeinwohlorientierte Lösungen.


KI Summary II

Das Gespräch dreht sich vor allem um Gemeinwohl, Demokratie, politische Beteiligung und digitale Werkzeuge dafür.

0:00–1:20 – Einstieg und Vorstellung

Zu Beginn stellt sich Magnus als Informatiker vor, der an Open-Source-Software arbeitet und seine Arbeit in den Dienst des Gemeinwohls stellen will. Er erklärt, dass er sich seit Jahresanfang mit einem Steady-Account zu den Themen „Gemeinwohl und Demokratie“ beschäftigt. Schon früh wird die Grundfrage aufgeworfen, was an Gemeinwohl eigentlich gut sei, und es entsteht der Kontrast zwischen Eigennutz und dem Nutzen für alle.

1:20–7:55 – Umverteilung, Wien und VR-Exkurse

Das Gespräch biegt zunächst in eine längere Abschweifung über Wien, historische Bauwerke und die Frage ab, wie viel Arbeit und Umverteilung hinter monumentalen Projekten steckt. Dabei wird betont, dass große Prestige-Bauten oft aus der Leistung vieler anderer finanziert wurden. Danach geht es in einen längeren Ausflug zu VR-Erfahrungen im Donaupark und in Ulm, darunter ein Vogelflugsimulator namens „Birdly“. Diese Exkurse dienen als lockere Beispiele dafür, wie Technik Immersion erzeugt, aber auch Staunen und gesellschaftliche Asymmetrien sichtbar macht.

7:55–12:30 – Gemeinwohl und Demokratie

Dann kommt das Gespräch zurück zum Kern: Gemeinwohl wird als das Gegenteil von reinem Eigennutz beschrieben, also als die Orientierung daran, dass es auch den anderen gut gehen soll. Das wird mit kleineren Gemeinschaften, Nachbarschaft, Vereinen und lokaler Solidarität verknüpft. Anschließend wird Demokratie erklärt als Herrschaft des Volkes, mit einem Verweis auf die athenische Demokratie, wobei zugleich betont wird, dass diese historisch stark eingeschränkt war und nicht dem heutigen Ideal entsprach.

12:30–16:45 – Repräsentation und Ausschlüsse

Es wird kritisiert, dass heute ebenfalls viele Menschen faktisch von politischer Mitbestimmung ausgeschlossen sind, etwa Kinder oder Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft, obwohl sie hier leben, arbeiten und Steuern zahlen. Daraus entwickelt sich eine Kritik an der Selektivität politischer Repräsentation. Auch das Buch „Deutschland einfach machen“ wird angesprochen, das mit Begriffen wie „gesunder Menschenverstand“ und „Pragmatismus“ argumentiert, was im Gespräch skeptisch betrachtet wird.

16:45–24:00 – Bürgerräte und parlamentarische Praxis

Im nächsten Abschnitt geht es um Bürgerräte als mögliche Weiterentwicklung demokratischer Verfahren. Die Idee: Zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger beraten und formulieren Entscheidungen, idealerweise sogar verbindlich. Gleichzeitig wird die Sorge diskutiert, ob dadurch das Parlament entwertet würde, und es wird argumentiert, dass das Parlament die Bevölkerung ohnehin nur unvollständig repräsentiert. Später wird am Beispiel kommunaler Politik kritisiert, dass gewählte Vertreter oft zu wenig Kontakt zur Bevölkerung halten und zu sehr in Parteimechanismen eingebunden sind.

24:00–27:00 – Lokale Politik und Streitkultur

An konkreten Beispielen aus dem Gemeinderat wird beschrieben, wie politische Lager oft nebeneinander statt miteinander arbeiten. Gleichzeitig wird ein positives Beispiel erzählt, bei dem man sich lokal gegen eine einseitige Präsenz der AfD gestellt und stattdessen mit allen anderen Listen gemeinsam auf dem Platz vertreten war. Das wird als gelebte demokratische Kultur und als Ausdruck von Gemeinsinn dargestellt.

27:00–31:30 – Digitale Plattformen und systemisches Konsensieren

Hier beginnt der technischere Teil: Magnus beschreibt eine Software, die er ursprünglich aus dem Umfeld der Klimaliste 2020 entwickelt hat, um Communities und Initiativen zusammenzubringen. Die Plattform dient Vereinen, Genossenschaften und Klimaschutz-Initiativen, um Termine, Webseiten, Abstimmungen und Austausch zu organisieren. Besonders hervorgehoben wird das System des systemischen Konsensierens: Vorschläge werden nicht nach Zustimmung, sondern nach Widerstand bewertet, um Lösungen mit dem geringsten Widerstand zu finden. Das wird als besonders hilfreich für Gruppen beschrieben, die gemeinsam etwas aushandeln wollen.

31:30–35:30 – Parteienlogik und politische Praxis

Das Verfahren wird dann mit der Logik von Parlamenten und Parteien kontrastiert. Die Kritik lautet, dass Koalitionen und Mehrheiten vieles vorab entscheiden und echte Aushandlung häufig in inoffizielle Gremien wie Koalitionsausschüsse ausgelagert wird. Dadurch verschwinde der eigentliche demokratische Prozess aus der Öffentlichkeit. Als Beispiel wird der Tankrabatt genannt, der trotz fachlicher Kritik politisch durchgesetzt wurde.

35:30–39:40 – Open Source und Finanzierung

Magnus erklärt, dass die Software Open Source ist und auch von anderen genutzt, selbst gehostet oder angepasst werden kann. Es gibt öffentliche Instanzen und die Möglichkeit, sich eine eigene Version einrichten zu lassen. Sein Einkommen entsteht über Anpassungen, Sonderfunktionen und Entwicklungsaufträge, etwa für ein Zukunftsquiz der Omas for Future. Das Modell verbindet Gemeinwohlorientierung mit einer realen, kleinen Einkommensbasis.

39:40–44:00 – Gesellschaftlicher Gegenwind

Als Engpass sieht er nicht die Technik, sondern die gesellschaftliche Stimmung. Vieles, was gemeinschaftlich und demokratisch wäre, werde durch Polarisierung, Abwehr und politische Vereinfachung geschwächt. Stattdessen fördere man Dinge, die ohnehin den Stärkeren nutzen, etwa fossile Mobilität oder symbolpolitische Maßnahmen. Daraus ergibt sich sein Eindruck, dass gemeinwohlorientierte Arbeit aktuell eher gegen den Strom schwimmt.

44:00–52:40 – Mobilität auf dem Land

Es folgt ein längerer Abschnitt über Carsharing, Mitfahrgelegenheiten und Mobilitätslösungen für den ländlichen Raum. Magnus beschreibt, wie viele Autos die meiste Zeit nur herumstehen und wie viel effizienter gemeinschaftliche Nutzung wäre. Mit digitalen Plattformen könnte man spontane Mitfahrangebote oder Carsharing deutlich einfacher machen. Die Vision ist, dass man per App schnell ein Auto oder eine Mitfahrgelegenheit findet, statt eigene Fahrzeuge ungenutzt herumstehen zu lassen.

52:40–56:30 – Daten, Plattformen und Abhängigkeit

Dabei kritisiert er die Abhängigkeit von großen US-Plattformen wie Google Maps oder Mapbox. Die eigentlichen Mobilitätsdaten seien wertvoll, würden aber nicht gemeinwohlorientiert genutzt. Er wünscht sich offene, souveräne Alternativen, die nicht von zentralen Konzernen kontrolliert werden. Hier zeigt sich erneut die Verbindung zwischen digitaler Infrastruktur und demokratischer Selbstbestimmung.

56:30–1:00:00 – Überwachung und Geräte

Der Dialog wird düsterer, als über Altersverifikation, Hardware-Filter, Kontrollmechanismen und die zunehmende Abhängigkeit von Geräten gesprochen wird. Das Smartphone wird als „Streichelwanze“ bezeichnet, also als freundlich wirkendes Überwachungsgerät. Die Kritik richtet sich gegen Systeme, in denen Nutzung nur noch nach Identitätsprüfung und Konformität möglich ist. Das wird als Freiheitseinschränkung und als stille Normalisierung von Überwachung verstanden.

1:00:00–1:05:00 – Kommunikation und politische Symbolik

Im nächsten Block geht es um politische Kommunikation, Bilder und radikale Ansprache. Magnus überlegt, ob man auch problematische Milieus mit ähnlichen Kommunikationsformen erreichen könnte, etwa bei Klima oder Demokratie. Er diskutiert Beispiele, wie rechte Ästhetik oder provokante Slogans funktionieren und warum politische Botschaften oft über Symbole statt über Inhalte laufen. Die Pointe ist: Wer überzeugen will, muss Sprache und Perspektive der Zielgruppe verstehen.

1:05:00–1:09:40 – Perspektivwechsel und Verständigung

Hier wird der Gedanke des Perspektivwechsels vertieft. Ein Bild oder Argument kann je nach Blickwinkel völlig anders wirken, wie bei der Tasse mit Henkel von rechts oder links. Daraus folgt: Niemand ist einfach „dumm“, sondern Menschen verstehen oft nur aus ihrem eigenen Blickwinkel heraus anders. Das Gespräch betont deshalb, dass Verständigung nur gelingt, wenn beide Seiten sich bewegen und gemeinsame konkrete Lösungen suchen.

1:09:40–1:15:30 – Wissenschaft, Falsifizierbarkeit und Zweifel

Es geht nun um wissenschaftliches Denken und die Abgrenzung zu Glaubenssystemen. Magnus erläutert, dass Thesen in der Wissenschaft falsifizierbar sein müssen, also prinzipiell widerlegbar. Er grenzt Wissenschaft von Systemen ab, bei denen Widerspruch selbst schon als Bestätigung der eigenen Lehre gilt, etwa in manchen religiösen oder verschwörungsideologischen Denkweisen. Danach folgen Beispiele über Impfen, Viren und das Ablehnen von Belegen. Die Grundidee: Fakten brauchen überprüfbare Methoden, keine bloßen Überzeugungen.

1:15:30–1:20:40 – Bildung, Populismus und Abschluss

Gegen Ende wird Bildung als zentrales Mittel gegen Populismus bezeichnet. Wer Informationen nicht entschlüsseln kann, sei leichter manipulierbar. Danach fasst das Gespräch den Bogen noch einmal zusammen: offene digitale Plattformen, gemeinwohlorientierte Organisationen und demokratische Beteiligung sollen eine bessere Gesellschaft ermöglichen. Am Schluss werden die Hörer zum Teilen und Weiterdenken aufgefordert, mit dem Hinweis, dass Gemeinwohl, Vernetzung und konkrete praktische Lösungen die eigentlichen Leitmotive des Gesprächs sind.

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