Hier ist ein ausführliches Summary des Videotranskripts mit Zeitstempeln. Es geht um Anne und Andreas, die erstmals bei der re:publica waren, wie sie dorthin kamen, welche Erwartungen sie hatten, was sie erlebt haben und welche Eindrücke sie vom Festival der Netzkultur mitgenommen haben.
Einstieg und Vorstellung
Zu Beginn stellt Oliver Gastner das Gespräch vor und erklärt, dass beide Gäste zum ersten Mal auf der re:publica waren. Anne sagt, dass sie aus Bammentingen kommt und Web- und Grafikdesign macht, inklusive technischer Dokumentation und Bedienungsanleitungen. Andreas beschreibt sich als Kommunikationsmensch mit Schwerpunkt auf Kommunikationsberatung, Krisenkommunikation, Positionierung, Medientrainings und etwas Social Media.
Bezug zur Region
Es folgt ein lockerer Austausch über die geografische Einordnung von Bammentingen und Oberschwaben. Anne korrigiert die Einordnung und macht klar, dass ihr Ort eher badisch als oberschwäbisch verortet ist. Daraus entwickelt sich ein scherzhafter „Baden“-Bezug im Gespräch, bei dem Oliver die Gäste als verschiedene „Regionen“ Baden-Württembergs einordnet.
Warum die re:publica?
Andreas erklärt, dass er seit Mitte der 90er mit dem Internet zu tun hat und Blogs seit etwa 2005 liest. Er hat die re:publica lange verfolgt, fand sie thematisch immer interessant, war aber früher oft verhindert oder hielt sie nicht für dringend genug. Erst jetzt, als Selbstständiger, nahm er sich bewusst die Zeit und meldete sich an.
Anne erzählt, dass eine Freundin, die sie über ein Barcamp kennengelernt hatte, schon seit Jahren zur re:publica fährt und ihr davon vorgeschwärmt hatte. Dieses Jahr passte der Termin für Anne endlich, und da ihre Freundin wieder als Volunteer dabei sein wollte, meldeten sich beide als Volunteers an. Sie mussten zunächst abwarten, ob sie tatsächlich gebraucht würden, buchten aber vorsichtshalber schon Hotel und Zug flexibel.
Volunteers, Anreise und Organisation
Das Gespräch erklärt auch, was Volunteer-Arbeit auf der re:publica bedeutet: Man hilft vor Ort mit, bekommt dafür aber in der Regel ein Ticket für die drei Tage. Die Gäste sprechen darüber, dass sich das finanziell lohnen kann, weil der Ticketpreis im Verhältnis zur Arbeit günstig ist und man im Wesentlichen nur Anreise und Unterkunft zahlen muss. Andreas beschreibt die Anreise mit Nachtzug und den Rhythmus rund um Sonntag, Montag und die Rückreise, inklusive notwendiger Pausen und Erholung.
Anne berichtet, dass sie am ersten Tag eine 8-Stunden-Schicht hatte und deshalb erst am zweiten Tag richtig einsteigen konnte. Sie beschreibt auch, dass sie früh zum Reichstag und zur Glaskuppel ging und dadurch keine Schlange hatte. Am dritten Tag sei wegen Regens ebenfalls wenig los gewesen, was den Ablauf entspannter machte.
Erwartungen vor Ort
Andreas sagt, dass ihn vor allem Themen wie Netzpolitik, Resilienz und die Zukunft der Medien interessierten. Er habe sich im Vorfeld über die App ein Programm zusammengestellt, musste aber vor Ort immer wieder spontan entscheiden, welche Sessions er tatsächlich besucht. Für ihn war die Mischung aus eigener fachlicher Relevanz und politisch-gesellschaftlichen Themen besonders wichtig.
Anne beschreibt, dass sie von der Programmdichte eher überwältigt war und vieles spontan entschied. Sie betont, dass es nicht leicht war, alles unterzubringen, vor allem weil sie am ersten Tag noch im Dienst war. Ihr Eindruck war, dass man bei der re:publica schnell von dem Umfang des Angebots „mitgerissen“ wird.
Highlights von Andreas
Als ein besonderes Highlight nennt Andreas einen Beitrag zum Thema China und dessen Einfluss auf das Netz im Westen. Er hebt hervor, dass der Vortrag wissenschaftlich fundiert gewesen sei und einen für ihn sehr spannenden Blick auf ein Thema geboten habe, das man zwar im Hinterkopf habe, aber selten so klar aufbereitet bekomme. Er empfiehlt sinngemäß, nach solchen Talks oder Aufzeichnungen zu suchen, weil sie sich sehr lohnen.
Ein weiteres Highlight für ihn war der Auftritt von Digitalminister Wildberger, den er als authentisch und sachlich wahrnahm. Andreas meint, dass man ihm anmerke, dass er nicht parteipolitisch „gebunden“ wirke, sondern eher an Lösungen arbeite. Zugleich verweist er darauf, dass ein Jahr Regierungszeit für große Digitalprojekte oft sehr kurz sei.
Highlights von Anne
Anne nennt besonders den Vortrag von Eckart von Hirschhausen als Highlight. Sie berichtet, dass sie ihn sogar schon am Empfang gesehen habe und ihn dann später im Vortrag über Deepfakes und den Missbrauch seines Namens für dubiose Werbung erlebt habe. Für sie war spannend, wie problematisch es ist, gegen solche Fälle juristisch vorzugehen, wenn die Anbieter oft im Ausland sitzen.
Ein weiteres starkes Erlebnis war für Anne der Vortrag von Karen Hao über KI, den sie als sehr spannend empfand. Sie beschreibt, dass dabei nicht nur Technik, sondern auch die ideologischen Konstrukte und Denkgebäude rund um KI und Firmen wie OpenAI und Anthropic sichtbar wurden. Sie fand es interessant, diese Hintergründe besser zu verstehen.
Atmosphäre und Publikum
Andreas vergleicht die re:publica mit einem „Alternativuniversum“, findet aber, dass sie weniger wie ein abgeschlossener Sonderraum wirkt, sondern eher wie eine große, offene Veranstaltung mit thematischem Schwerpunkt. Er beschreibt die Stimmung als entspannt und die Organisation als angenehm, gerade auch bei Catering und Aufenthaltsbereichen. Für ihn war auffällig, dass sich viele Themen um Politik, Netzpolitik und gesellschaftliche Fragen drehen, ohne dass es wie eine klassische Messe wirkt.
Anne nimmt die Veranstaltung ebenfalls als offen und gesprächsfreundlich wahr. Sie sagt, dass sie mit vielen Leuten und Ausstellern gut ins Gespräch kam und die politische Färbung nicht als einseitig empfand. Aus ihrer Sicht war das Publikum gemischt, und gerade das machte den Reiz aus.
Politische und thematische Spannungen
Im Gespräch geht es auch um politische Panels, etwa mit Ricarda Lang, Philipp Amthor, Heidi Reichinnek, einem CSU-Politiker und Michel Friedman. Andreas beobachtet, dass das Publikum je nach Panel klar politisch einzuordnen ist und Reaktionen entsprechend ausfallen. Er spricht dabei über die sichtbaren Spannungen zwischen links der Mitte und konservativen Positionen.
Danach diskutieren die beiden die Sponsorenfrage. Andreas erwähnt, dass Google, Meta und ähnliche Unternehmen zwar Sponsoren sind, aber nicht erwarten können, dass die Inhalte deshalb in ihre Richtung kippen. Zugleich gibt es klare Grenzen, etwa bei bestimmten Organisationen oder bei der Bundeswehr, die dort keinen Stand bekam. Insgesamt beschreibt er die re:publica als Veranstaltung mit erkennbaren politischen und inhaltlichen Linien, aber auch mit einer gewissen Offenheit gegenüber unterschiedlichen Akteuren.
Volunteering und persönliche Eindrücke
Anne sagt, dass ihr die Volunteer-Rolle auch deshalb gefallen hat, weil sie dadurch näher an Organisatoren und andere Volunteers herankam. Gleichzeitig empfand sie es als schwierig, immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, weil das Gelände groß ist und Sessions schnell voll sind. Sie meint, dass man sich besser hätte vorbereiten können, um gezielter einzelne Programmpunkte zu planen.
Andreas ergänzt, dass die Wege in der Station im Vergleich zu früheren Locations schon kürzer seien. Er erinnert an ältere re:publica-Jahre mit deutlich komplizierteren Wegen und verwinkelten Hallen. Für ihn war die jetzige Form jedenfalls deutlich angenehmer.
Für wen die re:publica geeignet ist
Andreas empfiehlt die re:publica vor allem Menschen, die sich für die Themen interessieren und bereit sind, Zeit und Energie mitzubringen. Er betont, dass man dort weniger „konkrete Anwendungsschritte“ lerne, sondern vielmehr viele Denkanstöße bekomme. Für ihn ist die re:publica eher eine Messe der Ideen als eine Digitalmesse im klassischen Sinn.
Anne empfiehlt die Veranstaltung ebenfalls für Menschen, die sich für digitale Entwicklung interessieren. Sie würde aber eher nicht jedes Jahr fahren, sondern vielleicht alle paar Jahre wieder, weil die Anreise aus Süddeutschland aufwendig ist. Beide sind sich einig, dass das Festival vor allem für Menschen spannend ist, die Input und Kontext zu aktuellen digitalen und gesellschaftlichen Entwicklungen suchen.
Abschluss und Ausblick
Zum Schluss wird noch über Reisen mit Berlin-Aufenthalt, die Belastung durch das Festival und mögliche Familienmitnahmen gesprochen. Andreas sagt, dass sein Sohn seit 2019 regelmäßig mitkommt und die Veranstaltung offenbar auch inspirierend findet. Anne ergänzt, dass Berlin selbst eine Reise wert sei und man den Besuch gut mit zusätzlichen Tagen verbinden könne.
Das Gespräch endet mit einem freundlichen Abschied und einem augenzwinkernden Verweis auf „Daumen nach oben“ und Sternebewertung. Insgesamt vermittelt das Transkript ein lebendiges Bild der re:publica als großes, offenes, politisch und thematisch vielfältiges Festival, das vor allem über Inhalte, Begegnungen und Denkanstöße wirkt.
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