Jan Theofel und Oliver Gassner: Barcamps für Verbände und Organisationen Teil 3 #netzstimmen

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KI Summary:


Das Video diskutiert ausführlich, warum und wie Verbände, Netzwerke und Organisationen Barcamps als Format für Austausch, Mitgliederbindung und Innovation nutzen sollten, und gibt viele praktische Beispiele und Umsetzungstipps dazu.paste.txt


Einordnung und Einstieg

00:00:02 Der Moderator Oliver Gast begrüßt die Zuschauer und erklärt, dass es sich um „Take 3“ der dritten Folge zum Thema Barcamps handelt.paste.txt
00:00:17 Er stellt klar, dass sie insgesamt drei Folgen zu Barcamps geplant haben, weil es dazu sehr viel zu besprechen gibt.paste.txt
00:00:29 Oliver sagt, er und Jan könnten acht Stunden über Barcamps reden, haben es aber auf drei Folgen mit jeweils maximal einer Stunde begrenzt.paste.txt
00:00:39 Die erste Folge behandelte Barcamps allgemein, die zweite Barcamps in Unternehmen, und die dritte widmet sich nun Barcamps in Verbänden und Netzwerken wie IHK, Wirtschaftsförderungen, Parteien und Initiativen.paste.txt
00:01:35 Oliver bittet Jan trotzdem um eine kurze Vorstellung.paste.txt


Vorstellung von Jan und erste Beispiele

00:01:44 Jan beschreibt sich wie Oliver als „Urgestein“ der deutschen Barcamp-Szene und erzählt, dass er 2008 sein erstes Barcamp in Stuttgart moderiert hat, das seit 19 Jahren stattfindet.paste.txt
00:02:02 Seitdem organisiert er Barcamps, einige öffentlich, aber die meisten für Unternehmen, Netzwerke, Wirtschaftsförderungen und Verbände.paste.txt
00:02:25 Für Institutionen wie die IHK sei es sinnvoll, sowohl Barcamps für Mitglieder als auch für Mitarbeitende durchzuführen, da viele IHKs 100–200 oder mehr Mitarbeitende haben.paste.txt
00:02:58 Jan nennt ein Beispiel: Er hat ein Barcamp für den Standort Ludwigsburg der IHK Stuttgart durchgeführt, um Mitarbeitende verschiedener Standorte besser zu vernetzen.paste.txt
00:03:07 Oliver berichtet von einem Gespräch mit einer IHK-Chefin mit zwei Standorten, die die Idee hatte, zwei Barcamps zu machen und jeweils Teilnehmende beider Standorte zu mischen, um Vernetzung über Standortgrenzen hinweg zu fördern.paste.txt


Warum Verbände und Netzwerke Barcamps brauchen

00:04:21 Sie wechseln zur Frage, warum Verbände überhaupt Barcamps veranstalten sollten, gerade wenn Mitgliedschaft teilweise nicht freiwillig ist (z.B. IHK).paste.txt
00:04:38 Oliver betont, Verbände seien „toll“, wenn sie so etwas wie Barcamps für ihre Mitglieder anbieten.paste.txt
00:04:50 Jan erklärt typische Gründe für eine Verbandsmitgliedschaft: Sichtbarkeit, SEO-relevante Links, fachlicher Austausch und insgesamt die bessere geschäftliche Erfolgsbasis durch den Verband.paste.txt
00:05:07 Quintessenz: Mitglieder sollen mit ihrem Business erfolgreicher sein, als sie es ohne Verband wären.paste.txt
00:05:34 Ein weiterer wichtiger Grund ist politische Interessenvertretung. Jan erwähnt den Verband der Gründer und Selbstständigen (VGSD), der mit der Bundesregierung über Regelungen diskutiert, bei denen Solo-Selbstständige oft nicht ausreichend mitgedacht werden.paste.txt
00:06:01 Dazu braucht es Meinungsbildung der Mitglieder, die meist nur selten stattfindet, etwa einmal jährlich, und oft in klassischen Veranstaltungsformaten mit Frontalvorträgen und wenigen Fragen.paste.txt
00:06:26 Oliver kritisiert diese üblichen Veranstaltungen: Eine Person spricht 45 Minuten, anschließend sind nur wenige Fragen möglich, danach drängen alle zu den Häppchen – echter Austausch bleibt aus.paste.txt


Problem klassischer Vortragsformate vs. heterogene Mitgliedschaft

00:06:47 Sie betrachten Verbände mit sehr unterschiedlichen Mitgliedern, z.B. Solo-Selbstständige Kreative vs. Solo-Handwerker.paste.txt
00:07:24 Problem 1: Es ist extrem schwer, eine Person auf die Bühne zu stellen, deren Inhalte für alle relevant sind. Entweder schaltet die Hälfte ab oder der Vortrag wird abstrakt („Transformation“ etc.).paste.txt
00:07:42 Problem 2: Selbst wenn Inhalte relevant sind, können Teilnehmende sie oft nicht umsetzen, weil akute Probleme („Flächenbrand“) im Betrieb ihre Aufmerksamkeit binden.paste.txt
00:08:03 In einem Barcamp können Teilnehmende genau über solche akuten Themen sprechen. Wenn sie wissen, dass ihr „Flächenbrand“ behandelt wird, können sie den Rest des Tages konzentrierter mitverfolgen.paste.txt


Kurzdefinition Barcamp und typische Themen

00:08:23 Für diejenigen, die nicht die erste Folge kennen, beschreibt Jan das Grundprinzip eines Barcamps: Ein Format, in dem Menschen Themen mitbringen.paste.txt
00:08:32 Er reduziert das auf „Fragen, Ideen und Wissen“, erweitert aber um „Aktivitäten“, also Dinge, die man gemeinsam macht.paste.txt
00:08:49 Beispiele: Beim Barcamp Bodensee gibt es viele Spaß-Elemente wie Werbefilme drehen, Silent Disco, Spiele-Nachmittag oder Stadtführungen.paste.txt
00:09:17 Im Business-Barcamp sind solche Aktivitäten seltener, aber möglich. Entscheidend ist: Teilnehmende bringen Impulse und Themen ein.paste.txt
00:09:25 Die Organisationsstruktur sorgt dafür, dass an einem Tag 12–25 Themen behandelt werden, je nach Größe.paste.txt
00:09:43 Jan erinnert sich an Hochzeiten des Barcamp Stuttgart mit etwa 250 Teilnehmenden, 15 Räumen und sechs Session-Runden plus Sessions abends, was über 100 Themen an zwei Tagen und etwa 150 insgesamt ergab.paste.txt
00:10:25 In einer Stadthalle mit 30 Räumen war die Parallelität noch größer; theoretisch wären 30 × 6 Sessions möglich.paste.txt
00:10:40 Vorteil: In jeder Session sitzen Menschen, die sich für das Thema interessieren, etwas lernen wollen oder Ideen zur Lösungsfindung beitragen können.paste.txt
00:10:58 Jan beschreibt Sessions als Antworten auf Fragen, Feedback zu Ideen und geteiltes Wissen, bei dem oft jemand im Raum noch zusätzliche Perspektiven einbringt.paste.txt
00:11:13 Für den Initiator einer Session ist es stets eine Lernchance, weil auch er oder sie neue Aspekte entdeckt.paste.txt
00:11:13–11:21 Übliche Sessionlänge sind 45 Minuten, kürzere Slots mit 25–30 Minuten sind möglich.paste.txt


Unterschied zur Bühne: Relevanz und Auswahl

00:11:29 Oliver betont anhand der Zahlen, dass klassische Bühnenformate selbst mit mehreren „Tracks“ weiterhin viele Teilnehmende mit irrelevanten Themen zurücklassen.paste.txt
00:11:48 Beim Barcamp hingegen stehen die Menschen vor einem Board mit vielen parallelen Themen und fragen sich nicht „ob“, sondern „wohin“ sie gehen, weil fast alles interessant ist.paste.txt
00:11:48–11:56 Häufige Frage: „Was mache ich, wenn ich da, da und da hingehen will?“ – es gibt also eher zu viel Relevanz als zu wenig.paste.txt
00:11:56 Oliver rät, zu dem Thema zu gehen, von dem man bisher am wenigsten weiß, weil dort die Lernchance am größten ist.paste.txt
00:12:07 Man kann zwischendrin Themen wechseln oder Kolleginnen und Kollegen mitbringen, um sich aufzuteilen.paste.txt
00:12:19 Jan sagt: Ein gutes Barcamp erkennt man daran, dass man in mehreren Räumen gleichzeitig sein möchte.paste.txt
00:12:25 Genauso sei es ein Zeichen, wenn sich einige bewusst „in keinem Raum“ aufhalten, um dort andere zu treffen und zu netzwerken.paste.txt


Individuelle Themenrucksäcke und niederschwellige Beteiligung

00:12:41 Oliver hebt hervor, dass jede Person einen „Rucksack“ an Themen mitbringt, die sie gerade beschäftigen, und dass die Wahrscheinlichkeit, diese in klassischen Formaten angemessen behandelt zu sehen, gering ist.paste.txt
00:12:57 Er erzählt, dass er gefragt wurde, wann man Themen anmeldet und ob man einen „Speakerslot“ bekommt. Seine Antwort: Wer kommt, hat automatisch die Möglichkeit, eine Session anzubieten.paste.txt
00:13:06 Notfalls treffen sich drei Leute am Esstisch zu einem Extratermin – mehr Slots sind immer möglich, man kann auch draußen Sessions machen.paste.txt
00:13:26 Oliver vergleicht das mit der Schülerfrage „Können wir draußen machen?“ – beim Barcamp geht das eben tatsächlich.paste.txt
00:13:43 Dadurch kommen Teilnehmende aus üblichen Routine-Settings heraus. Aus Kreativitätsforschung weiß man, dass veränderte Umgebung zu anderen Ideen führt.paste.txt


Nutzen für Verbände: Mitgliederbindung und Praxiswissen

00:14:01 Sie fragen: Warum sollte ein Verband ein Barcamp machen? Sie kontrastieren das klassische „jemand labert euch tot“-Format mit Barcamps.paste.txt
00:14:16 Sie fokussieren auf Organisationen wie IHKs oder Wirtschaftsförderungen, die nicht zwingend klassische Mitgliederstruktur, aber dennoch verantwortete Unternehmen im Gebiet haben.paste.txt
00:14:51 Jan erklärt, Verbände haben zahlende Mitglieder, die über Veranstaltungen und deren Qualität einen Mehrwert erwarten.paste.txt
00:15:21 Qualität misst sich auch daran, ob Teilnehmende mit neuen Ideen, Aufträgen oder Know-how aus Veranstaltungen herausgehen.paste.txt
00:15:43 Er erzählt von einem Barcamp mit dem deutschen Konditorenbund, bei dem der Präsident am Schluss sagte, dieser Austausch sei „von unschätzbarem Wert“, weil Mitglieder praxisnahes Wissen mitnehmen.paste.txt
00:16:03 Im Unterschied zur Bühne können Mitglieder Argumente von reinen Theoretikern leicht abtun („du kennst meinen Betrieb nicht“), während Kolleginnen aus ähnlichen Betrieben glaubwürdiger sind.paste.txt
00:16:29 Selbst Praxis-Vorträge auf der Bühne wirken oft wie „Unicorns“, nicht übertragbar auf den eigenen Betrieb („ich bin nicht du“).paste.txt
00:17:04 Im Barcamp herrscht Augenhöhe: Gründerinnen, Banker, Steuerberater sind jeweils Expertinnen für ihre Themen, aber gleichzeitig Teilnehmende.paste.txt
00:17:54 Eine Vorstandswahl berechtigt niemanden, die anderen 45 Minuten zuzutex­ten – das Format begrenzt Monologe stark und erhöht den Spaß und Nutzen für alle.paste.txt
00:18:28 Zentraler Punkt: Verbände bieten wertige Veranstaltungen, in denen Mitglieder praktisches Wissen für ihre Betriebe gewinnen. Das unterstützt sie unmittelbar und stärkt die Bindung.paste.txt


Krisenbeispiel Corona und tagesaktuelle Lösungen

00:18:52 Oliver erwähnt wieder das Barcamp mit den Konditoren während Corona: Ältere und jüngere Gäste durften nicht mehr ins Café, Umsatz brach ein.paste.txt
00:19:08 In Krisenzeiten sparen Menschen zuerst an vermeintlichen „Luxusgütern“, was Konditoren besonders trifft.paste.txt
00:19:23 Gerade dort war der Austausch im Barcamp besonders wertvoll: Mitglieder teilten konkrete Lösungen und Ideen, die sie bereits ausprobiert hatten.paste.txt
00:19:47 Klassische Referenten wären in einer dynamischen Situation wie der Pandemie kaum sinnvoll, weil weder Regelungen noch „Best Practices“ stabil waren.paste.txt
00:20:02 Barcamps erlauben extrem tagesaktuellen Praxis-Austausch: Lösungen „aus der Praxis für die Praxis“ werden direkt diskutiert.paste.txt


Mitgliederbindung und -gewinnung durch offene Barcamps

00:20:11 Ein weiterer Faktor ist Mitgliederbindung: Gäste können als „Gasttickets“ eingeladen werden, etwa interessierte Nichtmitglieder.paste.txt
00:20:15–20:30 Diese fühlen sich durch Einladungen wertgeschätzt und erleben live, welche Menschen im Verband sind und wie konstruktiv sie miteinander arbeiten.paste.txt
00:20:38 Damit wird aus Mitgliederbindung auch Mitgliedergewinnung: Offen angebotene Barcamps sind ein starkes Argument, Mitglied werden zu wollen („Cool, hier muss ich mitmachen“).paste.txt


Sponsoren, Partner und Augenhöhe

00:20:52 Verbände haben oft wenig Geld, aber immer gibt es Unternehmen, die Mitgliedern etwas verkaufen wollen.paste.txt
00:21:09 Diese können als Sponsorinnen und Sponsoren auftreten und Sessions anbieten, aber nicht im Sinne von „gekauften Bühnenplätzen“, sondern gleichberechtigt wie andere.paste.txt
00:21:23 Sponsoren berichten, dass sie in Barcamps anders mit Teilnehmenden ins Gespräch kommen: nicht mehr als „Typ vor dem Rollup“, sondern als Mensch auf Augenhöhe.paste.txt
00:21:34 Sie verstehen die Herausforderungen ihrer Zielgruppe besser und können darauf abgestimmte Lösungen oder Demos anbieten.paste.txt
00:22:13–22:22 Jan erzählt von einem Softwareanbieter, der im Barcamp eine Session „Was ist an unserer Software alles schlecht?“ anbot. Die Firma erhielt enorm viele konkrete Hinweise.paste.txt
00:22:30 Vorteil: Im gemeinsamen Gespräch inspirieren sich Kundinnen gegenseitig, statt isoliert Fragebögen auszufüllen.paste.txt
00:22:46 Microsoft-Community-Leute waren bekannt dafür, auf Barcamps „Microsoft Bashing Sessions“ mit Popcorn anzubieten.paste.txt
00:23:16–23:31 Jan war beeindruckt, wie tief diese Mitarbeitenden Details erklären konnten. Manche Defizite wurden offen eingestanden; das verbesserte sein Bild von Microsoft.paste.txt
00:24:01–24:26 Selbst viel kritisierte Produkte wie Datev könnten über solche Sessions Reputation verbessern, indem sie offen Kritik aufnehmen und mit Verbänden kooperieren.paste.txt
00:24:51–24:59 Verbände können also Partner „glücklich machen“, indem sie ihnen sinnvolle Begegnungs- und Feedbackräume bieten, statt nur Rollups und kurze Pitches.paste.txt


Nutzung von Barcamps zur Gremien- und Arbeitsgruppenarbeit

00:25:22 Jan sagt, viele Verbände haben Schwierigkeiten, Gremien und Arbeitsgruppen zu besetzen und aktiv zu halten.paste.txt
00:25:42 Barcamps bringen Menschen in Aktivität zu Themen, die sie intrinsisch motivieren. So erkennt der Verband wichtige Themen und potenzielle Engagierte.paste.txt
00:25:50 Beispiel: Jemand bringt ein Thema im Barcamp ein, der Verband kann danach fragen, ob diese Person das Thema weiterführen will, etwa in einer Arbeitsgruppe.paste.txt
00:26:02 Teilnehmende erleben Selbstwirksamkeit: Sie sehen, dass ihre Beiträge Wirkung haben, und sind eher bereit, Ämter zu übernehmen, statt nur passiv Leistungen zu konsumieren.paste.txt


Barcamp als „Fühlungsaufnahme“ mit Mitgliedern

00:26:21–26:30 Manche Verbände wollen explizit Barcamps nutzen, um herauszufinden, was Mitglieder wirklich umtreibt, statt sich nur auf Fragebögen zu verlassen.paste.txt
00:26:38 Jan berichtet von Barcamps, die er mit der Wirtschaftsförderung Bodenseekreis gemacht hat, einem wirtschaftsstarken Landkreis mit vielen Startups und Rüstungsunternehmen wie Airbus und Rolls-Royce.paste.txt
00:27:14 Dort gibt es Programme wie „Gründerkompass“ mit klassischen Themen (Versicherungen, Businessplan, Finanzierung etc.), doch die Frage ist, ob das wirklich die relevanten Themen sind.paste.txt
00:27:38 Barcamps zeigen auch andere Bedarfe, z.B. Management-Themen bei Wachstum von drei auf 15 Mitarbeitende.paste.txt
00:28:07–28:16 Im Vergleich zu Fragebögen, die oft unbeliebt sind, erlaubt ein Barcamp, live „in the wild“ zu testen, welche Themen wirklich Priorität haben.paste.txt


Kundenbarcamps großer Unternehmen

00:28:28–28:51 Jan erzählt von Kundenbarcamps großer Weltmarktführer mit Millionenbudgets für Kundenforschung, die nach Barcamps sagten, sie hätten ihre Kunden noch besser verstanden als durch klassische Forschung.paste.txt
00:29:12 Selbst diese Unternehmen mit großen Marktforschungsteams profitieren von der offenen Raumstruktur und Augenhöhe des Barcampformats.paste.txt
00:29:29–29:54 Barcamps bauen Hierarchien ab: Kundinnen und Dienstleister begegnen sich als Menschen, nicht als „eingeschränkt einsichtsfähige Kunden“ und „allwissende Dienstleister“.paste.txt
00:30:03 Barcamps fördern Reflexion: Teilnehmende nehmen sich mehr Zeit, ehrlich über ihre Situation nachzudenken und können tieferliegende Themen artikulieren.paste.txt
00:30:31–30:52 Durch das gemeinsame Gespräch entstehen zusätzliche Reflexionsebenen und neue Sichtweisen, weniger völlig neue Themen, aber eine tiefere Auseinandersetzung mit bereits bekannten Problemen.paste.txt


Verbreitung von Barcamps und Einordnung in Open-Space-Formate

00:31:01 Oliver fragt, warum Barcamps noch nicht überall verbreitet sind und warum man davon oft nichts hört.paste.txt
00:31:10 Jan antwortet, es liege nicht an ihnen – sie erzählen es vielen – aber das Format habe sich bisher noch zu wenig verbreitet.paste.txt
00:31:26 Er ordnet Barcamps in den großen „Open Space“-Werkzeugkoffer ein, zusammen mit Formaten wie World Café und Lean Coffee.paste.txt
00:31:35–31:47 Für ihn sind das alles Varianten, bei denen Teilnehmer selbst gesteuert Themen einbringen, bestimmen und gewichten, während der Raum für Inhalte geöffnet wird.paste.txt


Beispiele: KI-Barcamp, Innovationscamp und Themenbreite

00:32:01 Oliver erwähnt das geplante „KI Open Bodensee“ am 16. Oktober und ein „Innovationscamp Energie und Nachhaltigkeit“ im Oktober, bevorzugt am Bodensee.paste.txt
00:32:25–32:34 Teilweise werden solche Barcamps mit Netzwerken wie Cyberlago (für das KI-Barcamp) oder Demokratieinitiativen aus Singen/Hegau durchgeführt.paste.txt
00:32:51 Wichtiger Tipp: Themenrahmen nicht zu eng setzen. Statt nur „Gemeinschaftsschule“ besser „Bildung“, statt nur „Solarenergie“ besser „Energie und Nachhaltigkeit“.paste.txt
00:33:08 Ein breiter Rahmen öffnet die Tür für spannende Perspektiven und verhindert Ausschlussgefühle („ist nicht meins“).paste.txt


Beispiel Berliner Business Barcamp und Formulierung von Leitfragen

00:33:24 Jan berichtet vom Berliner Business Barcamp, ursprünglich aus dem BNI-Netzwerk, inzwischen offen für alle.paste.txt
00:33:58 Leitfrage: „Was macht mich unternehmerisch erfolgreicher?“ – sehr offen formuliert und für viele anschlussfähig.paste.txt
00:34:22–34:29 In einer späteren Runde wurde die Frage umformuliert zu „Was hilft uns, unsere Ziele zu erreichen?“, was zwar inhaltlich ähnlich ist, aber spitzer wirkt.paste.txt
00:34:36–34:49 Diese Formulierung sprach weniger Menschen an: Wer Ziele blöd findet, keine Ziele gesetzt hat oder sie schon aufgegeben hat, fühlt sich ausgeschlossen.paste.txt
00:35:00–35:15 Fazit: Offene Formulierungen sind entscheidend. Man sollte sich immer fragen, wer sich von einem Slogan oder Thema nicht angesprochen fühlt und gerade diese Leute mitdenken.paste.txt


Konkrete Umsetzungshinweise für Verbände

00:35:35 Oliver und Jan kommen zu praktischen Tipps. Sie empfehlen, klassische Formate nicht komplett durch Barcamps zu ersetzen.paste.txt
00:37:33–37:50 Stattdessen sollte man Barcamps als Ergänzung etablierter Formate nutzen, etwa einen zusätzlichen Tag oder Block in einer Jahresveranstaltung als Barcamp gestalten.paste.txt
00:38:00–38:16 Möglich ist auch, den letzten Tag einer mehrtägigen Veranstaltung als Barcamp zu konzipieren. Wichtig: Das Barcamp eher ans Ende setzen, weil es schwer ist, Teilnehmende danach wieder in ein klassisches Setting zurückzuführen.paste.txt
00:38:24 Sie betonen, Barcamps seien nicht für alle Menschen, genauso wie Frontalveranstaltungen nicht für alle sind. Daher kann man am Schluss ein Highlight (z.B. Werksführung) für alle anschließen.paste.txt
00:38:34–38:56 Beispiel: Gasversorgung Süddeutschland – Barcamp-Block am Ende, danach Werksführung im Audi-Forum Heilbronn. Alle blieben, auch Skeptiker, weil sie das Werk sehen wollten.paste.txt


Wichtige Warnung: Kein Barcamp als paralleler Track

00:39:02–39:32 Sie warnen eindringlich davor, ein Barcamp nur als „Track“ parallel zu klassischen Vorträgen anzubieten. Psychologisch wählen Teilnehmende eher den Track, bei dem sie wissen, was sie bekommen.paste.txt
00:39:41–40:11 In einem Beispiel mit 600 Teilnehmenden hatten zunächst nur 20 Personen das Barcamp gewählt. Erst nach Veröffentlichung der konkreten Session-Themen stieg die Anzahl deutlich.paste.txt
00:40:12–40:20 Lösung: Barcamp und klassische Formate nacheinander statt parallel anbieten. Parallel kills das Barcamp, weil niemand ins „Unbekannte“ geht.paste.txt
00:40:20–40:59 Oliver berichtet vom Digitaltag in Friedrichshafen: Ein Barcamp-Fenster von 14 bis 18 Uhr parallel zu gesetzten Themen blieb mit nur fünf Teilnehmenden sehr klein – sie improvisierten dann eine Art Lean Coffee.paste.txt
00:41:07–41:25 Er sagt, fast jedes Barcamp verlange Umplanung – das sei Teil des Charmes des Formats.paste.txt


Aufruf zur Kontaktaufnahme und weitere Barcamps

00:41:26–41:42 Zum Schluss laden Jan und Oliver ein, Fragen in den Kommentaren zu stellen oder sie direkt zu kontaktieren, wenn man Barcamps für Initiativen oder Unternehmen planen will.paste.txt
00:41:50–42:05 Sie nennen „Barcamp Bodensee“ und „Barcamp Stuttgart“ als leicht ergooglebare Begriffe, unter denen man sie bzw. ihre Projekte findet.paste.txt
00:42:12 Jan erwähnt, dass seine Tochter inzwischen beim Barcamp Stuttgart mitmoderiert.paste.txt
00:42:21–42:39 Oliver scherzt über eine KI-Abfrage, die Jan als Barcamp-Macher in Süddeutschland nannte, und über Konkurrenz in Berlin. Jan plant Expansion nach München – frei nach „First we take Manhattan, then we take Berlin“.paste.txt
00:42:47–42:55 Beide betonen, dass sie Barcamps wie Stuttgart und Bodensee nicht primär zum Geldverdienen, sondern aus Begeisterung für das Format machen.paste.txt
00:43:04 Oliver schließt mit dem Satz: „Lebt lange und in Frieden, möge der Saft mit euch sein.“


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