Die Crux mit der Autoindustrie Gunter Dueck @ Netzstimmen

 Die Crux mit der Autoindustrie Gunter Dueck @ Netzstimmen




AI-Summary:

Ja — hier ist die Fassung mit durchgehend Dueck statt Dück.paste.txt


Einstieg und „vierte Kränkung“ (00:00:00–00:03:15)

00:00:22
Oliver begrüßt Gunter Dueck, Mathematikprofessor, Ex‑IBM‑Technikchef, heute Philosoph und Speaker; Thema diesmal: Autos als philosophisches Objekt.paste.txt

00:01:05
Duecks neues Roboterbuch „Die neue Krone der Schöpfung“ erscheint im Herbst und steht für die „vierte Kränkung der Menschheit“ nach Kopernikus, Darwin und Freud – diesmal durch Maschinen.paste.txt


VW, E‑Autos und Politikversagen (00:03:42–00:11:30)

00:03:42
Mitte Juli 2026: VW will bis 2030 rund 100.000 Stellen abbauen, obwohl der Konzern bei E‑Autos in Deutschland stark ist – allerdings eher über Marken wie Skoda, Cupra, Seat, weniger über die Kernmarke VW.paste.txt

00:04:51
Die E‑Autoprämie sei mit etwa 10.000 Anträgen à 5.000 Euro „ein Tropfen auf den heißen Stein“; Tesla führe, BMW und Mercedes tauchten kaum auf.paste.txt

00:05:46
Rund 75% der besseren Autos und 85% der sehr teuren Neuwagen sind Dienstwagen; Dueck fragt, warum die Politik nicht einfach „Dienstwagen nur noch elektrisch“ durchgesetzt hat.paste.txt

00:10:06
Zweites Versäumnis: Ladeinfrastruktur wurde nicht konsequent von Autoindustrie oder staatlich gestützten Stromfirmen aufgebaut; in seiner Region sind zwar viele Ladesäulen vorhanden, aber „Ladesäulenangst“ bleibt ein Narrativ.paste.txt


Software Defined Vehicle und deutsche Rückstände (00:11:47–00:18:39)

00:11:47
VW hat seit Lopez Tausende Zulieferer, die komplette elektrische Module mit eigener Software (ECUs) liefern – das macht die heutige Software‑Umstellung extrem schwer.paste.txt

00:14:15
Tesla und chinesische Hersteller setzen auf einen zentralen Bordcomputer mit Zonencontrollern, die „dumme“ Hardware ansteuern; Software sitzt im Betriebssystem, nicht in den Teilen.paste.txt

00:15:45
Der Autokonzern muss dadurch die Gesamtsoftware selbst bauen – ein gigantischer Sprung, den deutsche Hersteller nur mühsam schaffen: BMW steckt rund 10 Milliarden in die neue Architektur, VW kauft ein Betriebssystem von Rivian.paste.txt

00:18:24
Übergangsversuche, alte ECUs mit Zusatzsoftware zu verbinden, hält Dueck für kaum beherrschbar; reale Kunden klagen über schwache VW‑Software in E‑Modellen.paste.txt


Kabel, Plattformen, Xpeng und Kapazitätsabbau (00:19:42–00:23:34)

00:19:42
Ford‑Chef Jim Farley bezeichnet chinesische Fabrikbesuche als „demütigendste Erfahrung“; ein Ford‑E‑Auto habe etwa eine Meile mehr Kabel als ein Tesla – Gewicht und Kosten pur.paste.txt

00:21:11
Viele deutsche Ingenieure hätten Batterien einfach an den alten Motorplatz gepackt, statt das Auto komplett neu zu denken; Tesla und China gewinnen durch konsequent neue Plattformen jeweils etwa 10% Kostenersparnis.paste.txt

00:21:53
VW beteiligt sich mit 5% an Xpeng und nutzt deren XP‑Plattform für China‑VWs – ein Zeichen, dass zentrale Technologie zugekauft wird.paste.txt

00:22:54
VW plant statt 12 nur noch etwa 10 Millionen Fahrzeuge Kapazität bis 2030; neben Mengenrückgang arbeiten sie an vielen Stellen strukturell zu teuer.paste.txt


Werke, Regionen und Kündigungsgarantien (00:23:49–00:35:54)

00:23:49
Statistisch wären 100.000 Stellenabbau über sechs Jahre ungefähr 5% pro Jahr und über Turnover abbildbar, aber Dueck betont: In Werksstädten wie Emden oder Zwickau gibt es kaum Alternativen, also auch kaum Fluktuation.paste.txt

00:26:11
Zwickau hängt stark an VW und Zulieferern; bei Werksschließung bräche eine ganze Region weg – nicht nur ein Unternehmen.paste.txt

00:30:11
Dueck hält lang laufende Zusagen wie „keine betriebsbedingten Kündigungen bis 2029“ für fatal, weil sie flexible Anpassungen an das E‑Auto‑Beben verhindern.paste.txt

00:32:13
Eigentlich müsse man die Produktion so neu organisieren, dass statt 12 nur 10 Millionen Autos gebaut werden – am einfachsten über Werksschließungen, sozial aber hochriskant.paste.txt

00:33:16
Eine mögliche Lösung sieht er darin, Xpeng‑Autos (auf XP‑Plattform) in deutschen Werken zu fertigen, um Zulieferer und Beschäftigung zu halten – mit der Folge, dass Deutschland eher zur Werkbank Chinas wird.paste.txt


Zölle, Mindestpreise und chinesischer Aufstieg (00:36:12–00:44:59)

00:36:12
Viele BMW‑ und VW‑Modelle werden schon in China gebaut und beim Import mit 30–35% Zoll belegt; die Lage ist verzahnt.paste.txt

00:43:10
Liebmotor wächst rasant, exportiert rund 40% und hat Stellantis mit etwa 25% als Großaktionär – Dueck sieht darin „erste Furchen“ eines globalen Umbruchs.paste.txt

00:44:04
Die EU setze auf Mindestpreise statt Zölle: günstige chinesische Autos dürfen nicht unter einen bestimmten Preis verkauft werden; dadurch schrumpft der Zoll, und Hersteller/Händler teilen sich die zusätzliche Marge.paste.txt


Autos, Roboter und Neura Robotics (00:46:03–00:48:17)

00:46:03
Die neue Auto‑Elektronik ähnelt humanoider Robotik: zentrale Recheneinheit, Zonencontroller in Armen/Beinen; Autohersteller sind deshalb prädestiniert für eigene Roboter in ihren Fabriken.paste.txt

00:47:20
Neura Robotics bei Metzingen erfasst Handgriffe von Bosch‑Mitarbeitern per Motion‑Capture‑Anzügen und verkauft diese als Skills für humanoide Roboter; Dueck berichtet von Milliarden‑Vorbestellungen und hoher Bewertung.paste.txt

00:48:17
Der Neura‑Chef verlagert Forschung eher nach China, weil er dort Partner und Kunden findet, mit denen man „über Entwicklung reden“ kann – ein weiterer Hinweis auf Deutschlands Innovationsisolierung.paste.txt


Narrative, Onlinehandel und Innovationsdefizite (00:50:18–01:03:11)

00:50:18
Dueck erzählt von Fehlentwicklungen bei digitalen Produkten (sprechender Kühlschrank, Alexa), die trotz Aufwands wenig Nutzen bringen und aus heutiger KI‑Sicht altmodisch wirken.paste.txt

00:53:25
Er kritisiert alte Narrative („Frauen kaufen keine Schuhe online“), die durch Zalando widerlegt wurden und Schuhfilialen aus Innenstädten verdrängten, während die Branche tatenlos zusah.paste.txt

00:59:56
Global wächst der Autoabsatz um rund 5%, E‑Autos noch stärker; währenddessen senkt VW seine Kapazität – für Dueck ein Beleg massiver deutscher Fehlpositionierung.paste.txt

01:02:19
Patentstatistiken täuschen Innovationsstärke vor; Deutschland erfinde viel, setze aber wenig um – das eigentliche Problem sei die mangelnde Umsetzung, nicht der Mangel an Ideen.paste.txt


Einhörner, Startups und Ausblick (01:03:52–01:10:32)

01:05:33
Als bessere Innovationskennzahl nennt Dueck die Zahl der Einhörner (Startups über 1 Mrd. Bewertung) statt der bloßen Zahl geförderter Gründungen.paste.txt

01:06:08
Er kritisiert Förderlogiken (z.B. BAFA), die nahezu beliebige Startups bezuschussen, ohne die Sinnhaftigkeit hart zu prüfen.paste.txt

01:07:42
Oliver schlägt einen jährlichen Vorhersage‑Podcast mit Dueck vor, in dem Prognosen (Liebmotor, Polestar, chinesische Marken, VW) gemacht und im Folgejahr gegen die Realität gespiegelt werden.paste.txt

01:10:24
Sie schließen mit der Einsicht, dass deutsche Autohersteller gleichzeitig Software, Plattformen, Personal und internationale Kooperationen neu denken müssen – sonst werden sie zur verlängerten Werkbank fremder Konzerne.paste.txt

01:10:32
Abschiedsgruß  „Lebt lange und in Frieden. Möge der Saft mit euch sein.“

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