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Unser Sub-Podcast “How2AI” ist #30 bei https://www.millionpodcasts.com/chatgpt-podcasts im Juli 2025 - Danke.
Netzstimmen Podcast – "How to AI" mit BerndGundlach (handwertig)
Gastgeber: Oliver Gassner
Gast: Bernd Gundlach, Unternehmer bei handwertig (Sanitär- & Malermeisterbetrieb) in Stockach, angestellt als Prokurist bei einem Immobilienunternehmen
Kernaussagen der Episode:
Eine Handwerksfirma mit ~18 Mitarbeitenden hat mithilfe von KI (ChatGPT für Konzeption, Claude für Entwicklung) in wenigen Monaten (September 2025–heute) eine eigene, maßgeschneiderte Unternehmenssoftware für Personal-, Fahrzeug- und Auftragsmanagement gebaut.
Die Software spart rund 15.000 €/Jahr gegenüber vorherigen Software-Lizenzen ein, bei Gesamtentwicklungskosten von ca. 12.000–13.000 € (ohne Eigenzeit).
KI wird im laufenden Betrieb bewusst nur sparsam eingesetzt (Textoptimierung, ein Voice-Agent), nicht für alle Prozesse.
Der Fokus liegt auf Anomalie-Erkennung statt Vollüberwachung, um Mitarbeitende nicht zu gängeln und arbeitsrechtliche Grenzen einzuhalten.
Statt die Software zu verkaufen, plant Bernd Gundlach, Lasten-/Pflichtenhefte und Beratung in einem "Peer Boosting"-Format anderen Unternehmen (ab 5, besonders 50–150 Mitarbeitende) zugänglich zu machen – geplantes Treffen in Stockach, voraussichtlich Oktober 2026.
Vorstellung und Kennenlern-Geschichte (00:00:00–00:04:17)
Oliver begrüßt Bernd zur Folge "How to AI" des Netzstimmen Podcasts (00:00:00).
Bernd stellt sich vor: Unternehmer und sozialversicherungspflichtig Angestellter, beschäftigt sich in der Freizeit mit KI-Prozessen zur Alltagserleichterung (00:00:18).
Beruflicher Werdegang: kaufmännische Ausbildung im Fahrzeugbau, danach Wechsel in die Softwareentwicklung bei Jens Birkant (Kam Go) (00:00:50–00:00:59).
Kennenlerngeschichte: erste Begegnung beim Arbeitgeber, dann beim "Digitalen Donnerstag" (Netzmontag-Pendant), schließlich beim BarCamp Bodensee (00:00:59–00:01:23).
Handwertig und die Location Green Places (00:01:30–00:04:17)
Handwertig ist ein Handwerksunternehmen (Sanitär- und Malermeisterbetrieb, Elektrik extern), entstanden aus Bernds Erfahrung als Bauprojektleiter bei einem Immobilienunternehmen, wo Transparenz und Fair Play bei Handwerkern oft fehlten (00:01:38–00:02:10).
Aktuell 18 Mitarbeiter, davon 11 in Vollzeit (00:02:18–00:02:25).
Standort: Green Places in Stockach – ein nachhaltig aus Holzständerbauweise errichteter Businesspark mit drei Ebenen für Kleingewerbe (KFZ-Werkstatt, Handwerk, Segelmacher, Fensterbau/Wintech, Autoaufbereiter u.a.), der eine starke branchenübergreifende Community bietet (00:02:44–00:03:58).
Entstehung des Podcast-Termins: Bernd hielt bei einem Community-Event einen Vortrag über KI im Handwerk, der Oliver überzeugte (00:04:00–00:04:17).
Ausgangslage: Warum Eigenentwicklung einer Software? (00:04:17–00:07:57)
Anlass: Ab ca. 10–11 Mitarbeitern gab es keine Übersicht mehr, wer wohin zur Baustelle fährt; Organisation lief über Excel-Tabellen, da es keine passende Branchensoftware gab (00:04:46–00:05:19).
Anfangs Organisation über Asana als To-Do-Liste (00:05:37–00:05:54).
Bernds Hintergrund im industriellen Qualitätsmanagement (ISO, standardisierte Prozesse) prägte sein Prozessdenken (00:05:54–00:06:21).
Vorgehen: Urlaub genommen, alle betrieblichen Prozesse analysiert und in einem Lastenheft dokumentiert (Wochenplan, Sicherheitsdatenblätter, Unterweisungen etc.), dann modulweise in eine Software umgesetzt (00:06:30–00:07:03).
Mittlerweile Fokus nicht mehr auf neuen Modulen, sondern auf Optimierung bestehender Abläufe mit den gesammelten Daten – Beispiel: unterschiedliche Zeitbedarfe von Malern vs. Sanitärleuten führten zu neuer Lagerorganisation und Packlisten (00:07:11–00:07:50).
Regulatorik, Unterweisungen und Alltagsorganisation (00:07:57–00:09:12)
Nicht alle Anforderungen von Berufsgenossenschaft, TÜV, Handwerkskammer oder Gesetzgeber (z. B. EU AI Act, Unterweisungspflicht ab 18.8., dass Mitarbeitende keine Kundendaten in KI hochladen dürfen) lassen sich perfekt proaktiv erfüllen, aber die Firma hat dies im Juli bereits automatisiert umgesetzt (00:08:05–00:08:39).
Bernds Alltag: 50 % angestellt, 50 % Unternehmer, plus Familie – erfordert Überblick, um alles unter einen Hut zu bekommen (00:08:47–00:09:03).
Oliver erzählt, wie er über LinkedIn auf Bernd aufmerksam wurde (00:09:03–00:09:33).
Die Software im Detail: Zeiterfassung, Fahrzeuge, Rüstzeiten (00:09:33–00:12:57)
Terminal im Eingangsbereich statt Handy-App fürs Einchecken; wichtig: keine neue Bürokratie und kein Gängeln der Mitarbeitenden, arbeitsrechtlich auch keine lückenlose Überwachung erlaubt (00:09:42–00:10:17).
Digitale Fahrtenbücher/Dongles in den Fahrzeugen erfassen Abfahrtszeiten, Zuweisung zu Baustellen und Verantwortlichkeiten (00:10:17–00:10:44).
Auswertung möglich: Zeit zwischen Einstempeln und Abfahrt = Rüstzeit oder ineffiziente Zeit, die man beobachten und optimieren kann (00:10:44–00:11:14).
Checkout-System mit RFID/FD-Klebern für Werkzeuge (Material noch nicht erfasst, aber auftragsbezogen zugeordnet); ermöglicht Nachverfolgung von Werkzeugeinsatz (z. B. Schleifgeräte) für Kalkulation (00:11:14–00:12:04).
Ethischer Rahmen wichtig: Mitarbeitende sind Menschen, keine Maßregelung; Kunden werden nicht ausgenutzt, auch wenn mehr Daten mehr Abrechnungsmöglichkeiten böten (00:12:04–00:12:35).
Fokus liegt auf Anomalien statt Totalüberwachung: Nur Abweichungen vom Standard werden gemeldet, z. B. wenn eine Fahrt nach Konstanz plötzlich eine Stunde länger dauert – mögliche Gründe: Stau, nicht erfasste Zusatzbaustelle, private Erledigung (00:12:35–00:13:14).
Ressourcenschonender Überblick durch Anomalie-Fokus statt Detailkontrolle (00:13:14–00:13:39).
KI-gestützte Auswertung und Einsatzplanung (00:13:39–00:15:39)
Bis letztes Jahr wusste man nur grob, wie lange Aufgaben dauern; jetzt lässt man Erfahrungswerte KI-gestützt auswerten, um Zusammenhänge zu erkennen (z. B. Eckventil + Wasserschaden gehören zum selben Gewerk) und Dauer ähnlicher Arbeiten vorherzusagen (00:13:51–00:14:14).
Beim Anlegen eines neuen Tasks gibt das System automatisch Zeitempfehlungen basierend auf Team, Ort, Jahreszeit, Wetter, Fahrzeug und Teamzusammensetzung (00:14:14–00:14:31).
Seit letzter Woche: Eingehende Tickets (z. B. Wasserschaden von Hausverwaltung) erhalten automatisch eine Personalempfehlung basierend auf gesammelten Daten (nicht KI-generiert, sondern datenbasiert) – Beispiel: Ein Maler in der Nähe, der schon einmal unter Anleitung Wasserschäden bearbeitet hat, wird vorgeschlagen, statt den Sanitärmeister von einer Großbaustelle abzuziehen (00:14:39–00:15:27).
Ergebnis: Effizienzsteigerung durch Skill-basierten statt ausbildungsbasierten Personaleinsatz (00:15:27–00:15:39).
Kompetenzmatrix (00:15:39–00:17:12)
Eine umfassende Skill-/Kompetenzmatrix erfasst, wer was kann – zu komplex, um von einem Menschen allein überblickt zu werden, aber von der Software in Sekunden durchsuchbar (00:15:39–00:16:04).
Matrix wird gemeinsam mit Mitarbeitenden gepflegt und berücksichtigt nicht nur Können, sondern auch Präferenzen (z. B. ein Maler mag lieber Tapezieren statt Spachteln) (00:16:04–00:17:03).
Beispiel: Ein Fachinformatiker zog bessere Silikonfugen als der gelernte Maler/Sanitär – Learning: Talent zählt mehr als formale Ausbildung (00:16:19–00:16:44).
Technischer Aufbau der Software (00:17:53–00:20:47)
Ursprung: Lasten-/Pflichtenhefte wurden zunächst mit ChatGPT erstellt und modulweise strukturiert (Wochenübersicht, Mitarbeiterverwaltung, Fahrzeugverwaltung, Dongles) (00:18:17–00:18:33).
Für die eigentliche Programmierung wechselte man zu Claude; Webserver bei DigitalOcean, eingerichtet in einem Docker-Container, Versionierung über ein Git-Repository (00:18:33–00:19:03).
Technologiebasis: PHP, MySQL, HTML, CSS – bewusst einfach gehalten (00:19:10–00:19:29).
Anfangs wurden Code-Reviews von einem indischen Entwicklungsteam für rund 17 $/Stunde (zu zweit) durchgeführt, bis die KI selbst in der Qualität überlegen wurde; inzwischen macht das Team die Code-Reviews selbst in einem separaten Prozess, u. a. auf Sicherheitslücken und Login-Anomalien (00:19:45–00:20:22).
Cloudflare (Tipp von Jens Birkant) ist vorgeschaltet, um Angriffe zu filtern – laut Cloudflare sind ca. 70 % des Webtraffics inzwischen Bots (00:20:31–00:20:59).
Kosten und ROI (00:20:59–00:24:41)
Für die Entwicklung nutzt Bernd das "Max"-Abo von Anthropic (Claude) für ca. 180 €/Monat, inklusive gelegentlicher Limit-Erreichung (00:21:14–00:21:44).
Im laufenden Betrieb wird KI nur für zwei Funktionen genutzt: 1) Text-/Wording-Optimierung von Sprachmemos der Handwerker (Diktat nach Feierabend) und 2) ein Voice-Agent, den Bernd morgens vom Auto aus anrufen kann, der ihm Engpässe im Dashboard/Prozess auflistet (z. B. nicht kontaktierte Kunden nach 24 Stunden) (00:21:50–00:22:57).
Laufende Infrastrukturkosten (DigitalOcean): ca. 50–70 €/Monat, je nach Traffic (00:23:03–00:23:15).
Einsparung: ca. 15.000 € netto pro Jahr gegenüber vorherigen Software-Lizenzen (Fahrzeugsoftware ca. 30 €/Fahrzeug/Monat, Asana-Abo ca. 6.000 €/Jahr, TÜV-Rheinland-Unterweisungslösung ca. 1.000 €/Jahr) (00:23:15–00:23:53).
Gesamtkosten der Eigenentwicklung (ohne eigene Zeit, aber inkl. anfänglicher Code-Reviews): ca. 12.000–13.000 € (00:24:01–00:24:10).
Persönlicher Einsatz: viele Wochenenden und Nächte, vor allem samstags/sonntags – zulasten der Familie; Bernd möchte diesen Aufwand nun bewusst reduzieren und sein Max-Abo wieder kündigen (00:24:17–00:25:07).
Sollte man die Software vermarkten? (00:25:15–00:28:38)
Oliver fragt, ob die Software für andere Unternehmen verfügbar gemacht werden könnte; Bernd ist zurückhaltend, da unterschiedliche Betriebe unterschiedliche Anforderungen haben (z. B. Multi-Skill-Mitarbeitende) (00:25:15–00:25:47).
Bernd sieht zwei Perspektiven: Respekt vor dem eigenen Zeitaufwand, aber auch Sorge, dass ein Softwareprodukt in einem hart umkämpften, volatilen Markt (Handwerkssoftware-Wettbewerber erhöhen Instagram-Werbebudgets massiv, große Unternehmen wie SAP im Umdenken) zu riskant wäre (00:26:11–00:26:59).
Stattdessen bevorzugtes Modell: Lasten-/Pflichtenhefte als Impulsgeber anderen Unternehmen zur Verfügung stellen, die diese anpassen und mit eigener Softwarebasis (Webserver + Claude-Konto) selbst umsetzen; Bernd und Team stehen als Ansprechpartner bei Blockaden zur Verfügung (00:26:59–00:27:49).
Alternative Modelle diskutiert: klassische IT-Beratung (teuer, macht abhängig) vs. "Peer Boosting"/Hackathon-Format, bei dem Interessierte nach Stockach kommen, in Zeitslots (ca. eine Stunde je Teilnehmer plus Pufferzeiten) individuell beraten werden (00:27:53–00:29:08).
Zielgruppe und geplantes Format (00:29:08–00:35:35)
Interessante Unternehmensgröße: ab 5 Mitarbeitenden (bewusstes Organisationsbedürfnis), besonders spannend ab 50–150 Mitarbeitenden (Meister-Niveau); ab einer gewissen Größe gibt es eigene IT-Abteilungen (00:29:08–00:30:18).
Oliver berichtet, dass er nach dem Treffen selbst über eigene Prozesse nachdachte, aber für seine (einfacheren) Abläufe wäre Eigenentwicklung Overhead (00:30:28–00:30:55).
Angebot richtet sich an alle Gewerbe/Dienstleistungen, nicht nur Handwerk (z. B. Werbeagenturen, Event-Management), überall dort, wo nicht nur eine Person allein arbeitet (00:30:55–00:31:58).
Konkreter Vorschlag: Ein Treffen ("KI-Unternehmerkreis" oder "KI-Runde Stockach") in Stockach am Bodensee, evtl. donnerstags, mit Möglichkeit zum Verlängern übers Wochenende (00:32:03–00:32:40).
Anmeldung über og@ogok.de mit Stichwort "Stockach"/"KI Stockach"; Termin voraussichtlich im Oktober (September ist bereits ausgebucht); Gruppengröße wird auf max. 1–2 Personen pro Anmeldung begrenzt, um nicht zu voll zu werden (00:32:40–00:33:29).
Mögliche Kooperation mit weiteren Ansässigen von Green Places für zusätzliche Events (00:35:07–00:35:23).
Learnings und Rückblick (00:35:35–00:39:22)
Oliver zeigt sich erleichtert, dass Bernd kürzertreten will, und fragt nach den wichtigsten Lernerfahrungen (00:35:35–00:35:59).
Zentrales Learning: Aus der Erfahrung im Qualitätsmanagement (ISO) wusste Bernd, dass Strukturierung/Digitalisierung nötig ist. Früher dachte er, er müsse jemand anderen dafür finden – merkte aber, dass diese Verantwortung als Unternehmer nicht abgegeben werden kann. Dank KI konnte er es selbst umsetzen, ohne von Externen abhängig zu sein (00:36:10–00:37:16).
Zeitlicher Ablauf: Start im September 2025 mit ChatGPT (scheiterte zunächst, unstrukturiert, Kontext ging verloren); Durchbruch kam durch Einführung von Markdown-Dateien zur Prozessdokumentation, die als Orientierung für die KI dienen; eigentlicher Durchbruch der Entwicklung ab November 2025 (00:37:25–00:38:05).
Bernds IT-Vorwissen als Vorteil, aber auch die KI selbst erklärt die einzelnen Umsetzungsschritte inklusive Begründungen und Konsequenzen (z. B. bei Cloudflare-Einrichtung) (00:38:05–00:38:45).
Wichtiger Datenschutz-Hinweis: Bei Kundendaten muss man besonders aufpassen und in der Entwicklung stets mit Muster-/Demo-/Dummy-Daten arbeiten, um keine echten Mitarbeiter- oder Kundendaten ungeschützt in die KI einzuspeisen (00:38:50–00:39:12).
Abschluss (00:39:22–00:40:05)
Wiederholter Aufruf zur Anmeldung per E-Mail (og@ogok.de) mit Stichwort Stockach/KI; Rückmeldung zum Termin voraussichtlich im Oktober (00:39:22–00:39:52).
Humorvoller Abschluss und Verabschiedung (00:40:03–00:40:05).
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