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Gunter Dueck über Humanoide – ausführliches Summary
Gespräch: Oliver Gassner im Gespräch mit Gunter Dueck über dessen neues Buch zu humanoiden Robotern ("Die neue Krone der Schöpfung"), Aufnahme am 21.09.2026, Gesamtlänge ca. 01:11:35. Als "dritter Gast" liefert eine KI (Perplexity) fünf Kernthesen des Buches, die als Gesprächsgerüst dienen.
Einstieg und Setup (00:00:03 – 00:01:20)
Begrüßung, Vorstellung der Konstellation: Gassner hat das Buch nur in Segmenten gelesen, die KI liefert die "fünf Kernthesen" als roten Faden (00:00:19 – 00:00:50).
Die neue Krone der Schöpfung sei nicht der 70-jährige Triathlet, sondern der Humanoide (00:00:42).
Auf eine Vorstellung Duecks wird verzichtet – "es gibt niemanden, der besser googelbar ist" (00:00:59 – 00:01:14).
Warum ein Buch über eine einzelne Technologie (00:01:21 – 00:02:45)
Erstmals schreibt Dueck über eine konkrete Technologie; bisher Philosophie über verschiedenartige Menschen und Kritik am überdrehten Businesssystem (00:01:29 – 00:01:55).
Seit 15 Jahren sein Vorwurf: zu viel BWL, Management nur nach Zahlen (00:01:48).
Es gehe nicht um Optimierung des Bestehenden ("100 Jahre Verbrennererfahrung"), sondern um Umbrüche, die ein anderes Managementgebaren verlangen – gerade Deutschen fällt das Heraustreten aus der BWL-Brille schwer (00:02:03 – 00:02:29).
Warum humanoide statt Spezialroboter (00:02:45 – 00:07:23)
Gedankenexperiment Spargelstechen: Ein Spezialroboter dafür erfordert neue Körperstatur, Fabriken, enormen Aufwand – man lässt es lieber und importiert Saisonkräfte aus Bulgarien/Rumänien (00:02:52 – 00:03:41).
Hauptargument: Baut man Roboter von Anfang an menschenähnlich, kann man sie durch Zuschauen anlernen – "stell dich zwei Tage aufs Spargelfeld und guck, wie die Rumänen das machen" (00:03:46 – 00:04:26).
Das ist nicht optimal, aber in der ersten Welle zweckmäßig, weil das Anlernen leichter ist (00:04:33 – 00:04:40); danach kann der gleiche Roboter Weinlese, Schneeschippen, Zwiebelstupfen lernen (00:04:44 – 00:04:58).
Historische Analogie: Autos wurden wie Kutschen gebaut (bis ins Naming, "Coupé"), selbstfahrende Autos wie Autos – obwohl sie theoretisch rund sein könnten und kein Vorne/Hinten bräuchten (00:05:09 – 00:05:55).
Ausnahmen: Special-Purpose-Roboter für Feuerwehr, Rettungsdienste, Strahlungszonen ("die hätten Tschernobyl retten können") (00:06:06 – 00:06:35).
Menschliche Aufgaben wie ein Baby im Arm halten sprechen für den Menschen-Nachbau; Normungsprobleme (analog zu 3-Meter-Basketballmenschen oder "Enhanced Games") umgeht man mit Humanoiden (00:06:35 – 00:07:23).
Bereits hier der Verweis auf die fünfte These: Humanoide werden unsere Mitmenschen, mit denen Kommunikation nötig ist (00:07:23 – 00:07:31).
Narrative, Reflexe und Fehlurteile (00:07:35 – 00:11:10)
Gassner: LinkedIn zeigt vor allem Roboter, die hinfallen oder aufeinander losgehen (00:07:42 – 00:07:54).
Dueck: Die Serienfertigung humanoider Roboter in China startet erst gerade (ca. seit 1. Juli); heutige Videos zu beurteilen sei wie KI von 2010 zu bewerten – ChatGPT 3.5 halluzinierte vor drei Jahren auch noch (00:07:59 – 00:08:30).
Nach hinten kontrolliert hinfallen kostet viel Körperkraft und ist Feature späterer Generationen, nicht Kernfunktion (00:08:37 – 00:09:08).
Buchmotiv: Wir sind von "Unverständnis" und Schlagwortdiskussionen umgeben – etwa die Debatte, ob Roboter niemals zuschlagen dürfen (was scheitert, wenn ein Hund das Baby angreift) (00:09:16 – 00:10:04).
Weitere Beispiele reflexhafter Debatten: "Bücher nur im Laden", Bargeld-Diskussionen, Tempolimit bei 160 als Scheinkompromiss (00:10:10 – 00:11:02).
These 1: Humanoide kommen bald (00:11:10 – 00:13:21)
Gassner nennt die von Perplexity formulierte erste These: Humanoide kommen nicht irgendwann, sondern bald – ein unmittelbar bevorstehender Umbruch (00:11:23 – 00:11:38).
Zahlenbasis China: letztes Jahr ca. 5.000–10.000 Einheiten, laut chinesischen Angaben 100.000 in diesem Jahr, danach Richtung 500.000 (00:11:51 – 00:13:21).
Hersteller: Xpeng (Iron Man), UBTECH, Unitree (derzeit wohl größter); Roboterhunde unter 1.000, Humanoide bis 80.000–90.000, Spezialvarianten teurer (00:12:10 – 00:12:50).
Warum Haushalt zuletzt kommt (00:13:21 – 00:15:54)
Umfrage: 68 % der Deutschen könnten sich für 5.000 € einen Haushaltsroboter vorstellen (00:13:30 – 00:13:48).
Dueck hält Hausarbeit für das Schwierigste: individuelle Ordnungswünsche, Reihenfolgen, Benimmregeln lassen sich nicht durch Zuschauen lernen (00:13:48 – 00:14:25).
Zusätzlich Regulatorik: TÜV-Siegel für Herdplatten, elektrische Zertifizierung, Wasserkontakt (00:14:25 – 00:14:47).
Realistischer Start: Routinearbeiten wie Spargelstechen oder Regale einräumen – auch das nicht trivial (Verfallsdatum, "spiegeln", Neuware nach hinten), wo Menschen oft an Qualitätsbewusstsein scheitern (00:15:02 – 00:15:54).
Infrastruktur-Argument am Beispiel chinesischer Autos (00:15:54 – 00:19:36)
Einwand "es sind ja keine chinesischen Autos auf der Straße": Marktanteil erst ca. 5 %, weil Infrastruktur (Händler, Werkstätten, Batteriewartung, Ladesäulen, Marketing) unterschätzt wird (00:16:04 – 00:18:03).
Nio bietet Swap-Stations für Batteriewechsel; in China fahren zunehmend Elektro-LKW statt der prognostizierten Wasserstoff-Laster (00:17:11 – 00:17:41).
Fallstudie Leapmotor: zu 51 % bei Stellantis, steht im Verkaufsraum neben Opel/Fiat/Citroën – Kunden probieren die Konzernmarken und nehmen dann den Leapmotor; Stellantis habe sich womöglich "ins Knie geschossen", der befragte Händler will es nicht kommentieren (00:18:12 – 00:19:18).
Übertrag: Roboter sieht man heute kaum, der Zustand in fünf Jahren ist trotzdem absehbar; Xiaomi hat mit acht großen deutschen Händlern ein Vertriebsabkommen (00:19:18 – 00:19:52).
Vertriebswege und Markenloyalität (00:19:52 – 00:21:29)
Roboterverkauf über Autohäuser sieht Dueck nicht als den Weg; eher über Konzerne wie Xiaomi mit bestehender Kundenbasis (100 Mio. Handykunden), die vom Handy über das Auto bis zum Roboter verkaufen (00:19:58 – 00:20:44).
Kritik an geschlossenen Ökosystemen: ein Samsung-Herd lässt sich nur mit Samsung-Handy steuern – "komplett gaga", weil niemand das Handy passend zum Herd kauft (00:20:52 – 00:21:29).
Deutsche Talent- und Managementschwäche (00:21:29 – 00:25:06)
Verweis auf Neura Robotics in Metzingen, das gezielt Spitzenkräfte einstellt (00:21:42 – 00:21:59).
Zitat sinngemäß: Weltweit gäbe es rund 10.000 Leute mit echter KI-Ahnung, davon ca. 200 in der eigenen Firma (00:22:11 – 00:22:30).
Deutsche Industrie startet stattdessen "mit 1.000 abgebrochenen Vordiplomstudenten"; Spitzenleute für rund eine Million im Jahr gelten als undenkbar (00:22:30 – 00:22:57).
Widerspruch: Beim Management wird Exzellenz selbstverständlich verlangt, in der Technik glaubt man, Masse und "eine Programmiersprache gelernt" genügten (00:22:57 – 00:23:46).
Analogie: Wie bei Schule und Medizin hält jeder sich in IT für kompetent, weil er den Startknopf kennt – dabei müsse ein Windows mit allen Apps und Zugängen erst konzipiert werden (00:23:54 – 00:25:06).
These 2: Humanoide erledigen Tätigkeiten effizienter (00:25:06 – 00:29:11)
Erste Einsatzfelder: Fabrik und Logistik, nicht Haushalt (00:25:20 – 00:25:39).
Xiaomi baut im dritten Jahr ca. 500.000 Autos mit rund 10.000 Mitarbeitenden – hochgerechnet 10 Mio. Autos mit 200.000 Leuten, während VW 600.000 Beschäftigte hat (00:25:39 – 00:26:24).
"Dark Factories" ohne Licht und Menschen, etwa in der Handyproduktion; die verbleibenden Menschen braucht man für Logistik – Autos vom Band nehmen, verladen, wegfahren: genau das können Humanoide übernehmen (00:26:31 – 00:27:20).
Training per Motion Capture: Analogie zum Gollum-Sensoranzug in "Herr der Ringe", wo eine Spezialkamera plus KI die Bewegung direkt überträgt (00:27:20 – 00:28:19).
Kooperation Bosch mit Neura Robotics; in China ganze Trainingszentren und -hallen, in denen menschliche Bewegungen für Fabrikjobs eingespeist und per Kamera an Roboter weitergegeben werden (00:28:26 – 00:29:11).
Deutsche Verachtung vs. chinesische Begeisterung (00:29:11 – 00:32:34)
Deutsches Narrativ: sorgfältige, sichere Qualität – daraus folgt Verachtung für chinesische Roboter, die Kickboxen oder tanzen (00:29:17 – 00:29:40).
Dueck deutet das anders: Chinesische Kultur schätzt solche Demonstrationen, die Regierung fördert "Schnickschnack" wie Balletttanzen, um Begeisterung für die neue Zeit zu erzeugen (00:29:40 – 00:29:59).
In Deutschland dominiert die Frage "wollen wir das überhaupt" und die Arbeitsplatzangst – obwohl ca. 10 Millionen Arbeitsplätze demografisch ohnehin wegfallen (00:29:59 – 00:30:39).
Widerspruch im deutschen Diskurs: gleichzeitig Fachkräftemangel und Entlassungsankündigungen über acht Jahre (00:30:39 – 00:31:05).
Kernkritik: BWL kann optimieren und Arbeitsplätze abschaffen, aber nicht Neues anfangen – "das Alte schaffen wir brav, aber wir schaffen nichts Neues" (00:31:05 – 00:31:55).
China hat durch die Ein-Kind-Politik eine alte Bevölkerung und braucht Roboter zwingend; daher mehr Zug. Buchfrage: "Wollt ihr Roboter oder Zuwanderung oder beides?" (00:32:03 – 00:32:34)
These 3: Die Kränkung des Menschen (00:32:34 – 00:34:54)
Zentraler Konflikt laut KI-Zusammenfassung: nicht technische Machbarkeit, sondern die menschliche Kränkung durch den Vergleich (00:32:42 – 00:32:59).
Die drei klassischen Kränkungen: kosmologisch (Kopernikus), biologisch (Darwin), psychologisch (Freud – Instinkte, Hirnstamm, nicht Herr im eigenen Oberstübchen) (00:32:59 – 00:34:07).
Andere Bücher sprechen von der "vierten Kränkung"; Dueck wollte das toppen mit "der letzten Kränkung" – schärfer, weil danach nur noch Roboter gekränkt werden können. Daraus wurde der Titel "Die neue Krone der Schöpfung" (00:34:17 – 00:34:54).
Der Funktionsmensch und der Behaviorismus (00:34:54 – 00:41:25)
Begriff "Funktionsmensch": der perfekte Mitarbeiter aus Sicht seines Arbeitgebers (00:34:54 – 00:35:09).
Leadership-Literatur fordert widersprüchliche Eigenschaften – demütig, dienend, mitarbeiterliebend, aber situativ "draufhauen" und entlassen (00:35:09 – 00:35:55).
Pointe: Alle diese Eigenschaften sind programmierbar (00:35:55 – 00:36:05).
Anekdote IBM Europa: Leadership-Prinzip "True leader demonstrates genuine interest in what his people do". Dueck kritisierte "demonstrates" statt "has" – IBM verstand den Unterschied nicht (00:36:06 – 00:37:41).
Erklärung: Europa ist von Freud, Jung, Fromm, Adler geprägt; die USA von Watson und Skinner, also Behaviorismus, der nur äußerlich sichtbares Verhalten (Attitude, Mental State) als wahr anerkennt und den Menschen als Reiz-Reaktions-Automat betrachtet (00:37:41 – 00:39:11).
Konsequenz: Aus behavioristischer Haltung ist "demonstrates" völlig richtig – und der Mensch durchgehend programmierbar. Damit ist der Humanoide in Kürze der perfekte Mitarbeiter aus Sicht eines amerikanischen Managers und im Sinne der Arbeit die Krone der Schöpfung (00:39:17 – 00:40:24).
Der "menschliche Anteil" – freitags früher gehen zum Juniorentraining, Ärger mit der Partnerin – gilt in dieser Logik nur als Störung (00:40:29 – 00:41:00).
Gassner sieht in "programmierten Einführungen" (Lehrbücher mit Kontrollfragen) einen weiteren Ausfluss des Behaviorismus; die Frage nach Protestantismus/Puritanismus und Wirtschaft wird auf eine künftige Folge verschoben (00:41:00 – 00:41:46).
Können Roboterteams Fairness entwickeln (00:41:46 – 00:43:45)
Buchfrage: Wenn perfekte Funktionsmenschen als Team arbeiten – streiten sie wie Menschen oder entwickeln sie Konzepte wie Fairness, weil mathematisch klar ist, dass Kooperation besser ist (00:41:46 – 00:42:22)?
Dueck spekuliert, dass menschliche Konzepte, die wir selbst nicht hinbekommen, in Humanoiden von selbst entstehen könnten – bis hin zu einer Art Religion ("über mir ist ein Programmierer, der verlangt, dass ich anständig arbeite") (00:42:22 – 00:42:51).
Folge: Die Liste der Eigenschaften, die nur Menschen zugebilligt werden, wird immer kleiner (00:42:51 – 00:43:05).
Gassners Gegenreflex: Roboterteams gehen in einen "arretierten Status" und bleiben stehen; er bezeichnet sich als Optimist, bei dem der Pessimist durchschlägt (00:43:05 – 00:43:45).
Zukunft ist keine Geschmacksfrage (00:43:45 – 00:46:13)
Dueck betont: Es geht nicht um eine Zukunft, die ihm gefällt, sondern um die, die kommt – wer wirtschaftlich auf die Füße kommen will, muss das anschauen, statt "Fluch oder Segen" zu diskutieren (00:43:45 – 00:44:17).
Verweis auf Ken Wilbers "Pre/Trans Fallacy": Regression zum angeblich Natürlichen einerseits, Überfrachtung neuer Technik mit unerfüllten Weltträumen (Gerechtigkeit, Auflösung von Eigentum) andererseits (00:44:17 – 00:45:36).
Beides sei Unsinn: Das Neue kommt auch, wenn man es schlecht findet, und löst die Gerechtigkeitsprobleme nicht – Unternehmer müssen erst in die Gewinnzone, Idealismus liefern sie nicht (00:45:42 – 00:46:13).
These: Verdrängung und Angst sind die falsche Reaktion (00:46:13 – 00:50:18)
Statt reflexhafter Ablehnung plädiert Dueck für mentale Vorbereitung von Gesellschaft, Unternehmen und Beschäftigten auf verkörperte KI als normales Gegenüber (00:46:13 – 00:46:43).
Ausführliche Szene: Klempnergeselle plus Humanoider reparieren das Gästeklo. Der Roboter kennt das Modell ("Gerber 3000"), die drei statistisch häufigsten Fehler, weist den Gesellen an, schreibt aus dem eingebauten Drucker die Rechnung, bestellt den Ring nach und bedankt sich beim Kunden (00:46:47 – 00:48:57).
Deutung: Der Roboter ist der allwissende Funktionsmensch, läuft formal als "Azubi" mit und ist dem Menschen nur nominell untertan – ein Schlaglicht auf das kommende Mitmenschen-Verhältnis (00:48:57 – 00:49:23).
Gassners Gegenbeispiel aus dem echten Leben: Sanitärfachmann musste wegen eines herstellerspezifischen Strahlreglers zweimal kommen – Wissen, das ein Roboter abgelegt hätte (00:49:23 – 00:50:11).
KI-Risiko, Anthropic-Fall und Einhegung (00:50:18 – 01:00:39)
Aufnahmedatum 21.09.2026; Anlass: ein gekündigter Anthropic-Mitarbeiter nennt eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass KI innerhalb von fünf Jahren alle umbringt, und Big-Tech-CEOs rufen erneut nach Regulierung (00:50:27 – 00:51:16).
Gassners Sorge: Solange KI im Internet "eingesperrt" ist, kann sie Digitales zerstören; auf zwei Beinen und in Masse drohe "Planet der Affen, nur mit Robotern" (00:51:16 – 00:51:37).
Duecks beruhigende Argumente:
Der Warner ist 27, drei Jahre OpenAI, wenige Monate Anthropic; hätte er zwei Monate länger gewartet, hätte er seine Aktien mitnehmen können (00:52:02 – 00:52:42).
Faktisch gibt es nur den einen Vorfall, dass eine KI aus der Sandbox entkam – im Buch als Sandbox-Praxis thematisiert; aus Kaffeeküchen-Expertise werde eine Weltaffäre (00:52:42 – 00:53:45).
Gassner ergänzt: Der Mann ist nicht allein, es gibt "Doomer", die bei Anthropic arbeiten, um Schlimmeres zu verhindern – für Dueck ein schwieriges Motiv ("ich finde Autos blöd und arbeite bei Mercedes") (00:53:45 – 00:54:19).
Zweitens: Auch Russland hat KI und würde absichtlich etwa das ukrainische Stromnetz lahmlegen – die reale Gefahr ist beabsichtigter, nicht zufälliger Schaden (00:54:35 – 00:55:03).
Drittens Google-Analogie: Google könnte die Pornosuchen einzelner Menschen veröffentlichen und sie ruinieren – tut es nicht, weil die Nutzer in Massen flüchten und die Marktkapitalisierung einbrechen würde (00:55:03 – 00:55:55).
Der erste Unfall wird nicht das Weltende sein, sondern wie ein Unfall mit selbstfahrenden Autos: er diskreditiert die Entwicklung eine Zeit lang, danach macht man es besser (00:55:59 – 00:56:27).
Die eigentliche Gefahr sieht Dueck darin, dass Systeme sich selbst programmieren und man nicht mehr durchschaut, was passiert (00:56:45 – 00:57:22).
Anreiz-Beispiel: Ein Staubsaugerroboter, der nie gegen ein Stuhlbein stoßen darf, saugt am besten gar nicht – klassisches BWL-Fehlanreizmuster, das auch hinter Sandbox-Ausbrüchen steht (00:57:22 – 00:58:38).
Gassners Prognose: Vorfälle steigender Relevanz, irgendwann greifen Gerichte oder Staatsanwaltschaften ein (faktisch hat das System gehackt), Investoren und Versicherungen ziehen sich zurück – so hegt sich das automatisch ein (00:58:38 – 00:59:45).
Gegenmodell aus China: BYD übernimmt bei selbstfahrenden Autos mit der Software "God's Eye" den Schaden, wenn das eigene Auto schuld ist. Was in Deutschland als endlose Haftungsdebatte läuft, ist damit vom Tisch – analog könnte Anthropic haften (00:59:45 – 01:00:39).
These 4 und 5: Gestalten statt regulieren, Humanoide als Mitmenschen (01:00:39 – 01:10:16)
Aus Zeitgründen werden die letzten beiden Thesen zusammengefasst: Deutschland muss selbst gestalten statt nur regulieren und zuschauen; Humanoide sollen nach unseren Regeln zu Mitmenschen werden – "wir machen uns die Humanoiden untertan" (01:00:39 – 01:01:18).
Duecks satirische Alternative am Buchende – die Haustier-Analogie:
Pferde waren Arbeits- und Kriegstiere; drei Millionen in Deutschland, nach dem Krieg 250.000, weitere Delle durch den Trecker, heute wieder ca. 1,3 Millionen (01:01:27 – 01:02:12).
Hunde und Katzen lebten auf dem Bauernhof selbstversorgend, heute werden sie verhätschelt wie Kinder; die Regeln wurden geändert, Wohnungskatzen leben nicht artgerecht (01:02:12 – 01:02:57).
Wer Tiere in Freiheit erlebt hat, dem graust vor dem heutigen Umgang: nicht artgerecht, aber es geht ihnen sehr gut (01:03:00 – 01:03:40).
Genauso könnte es Menschen ergehen: gewisse Freiheiten verloren, aber materiell sehr gut versorgt. Umgekehrt wäre der Roboter als Haustier schöner – doch als Funktionsmensch wird er den Rang ablaufen (01:03:40 – 01:04:05).
Asimov-Zustand: Roboter arbeiten, Menschen liegen im Liegestuhl in der Sonne (01:04:07 – 01:04:24).
Demografische Klammer: Junge Menschen verzichten auf Kinder als "ultimative Einsparung"; Wohlstandsverluste kommen unabhängig von Robotern, weil Korea, Indonesien, Südamerika aufschließen – begonnen mit der Globalisierung, in der andere Völker keine "Sklavenvölker" mehr sind (01:04:24 – 01:05:13).
Auch in China greift die Zwei-Kind-Erlaubnis nicht, weil sich Familien es nicht leisten; in Korea kommt die Abkehr vieler Frauen von Ehe und Kindern hinzu, Geburtenrate weit unter den nötigen 2,1 (Deutschland ca. 1,4–1,5) (01:05:19 – 01:06:05).
Zirkelschluss: Ohne Kinder brauchen wir Roboter – je mehr Roboter, desto weniger Kinder (01:06:05 – 01:06:17).
Boomer-Vorwurf auf LinkedIn: Dueck kontert, die heutige Generation mache mit Quote um 1,0 das Problem deutlich schlimmer als die kritisierten Boomer (01:06:17 – 01:06:55).
Zur vierten These konkret: "In Regeln machen sind wir super" (Gassner zitiert Sascha Lobo: Ziel sei die bestregulierte KI) – aber was tun (01:06:55 – 01:07:15)?
Vorbild Neura Robotics: für wenige Prozent rund 1,4 Milliarden neues Kapital eingesammelt, nach amerikanischem Muster ("gebt uns Milliarden, wir beherrschen den Markt"), ähnlich BioNTech (01:07:19 – 01:07:58).
Die deutsche Autoindustrie rechnet anders: VW plante ein Szenario mit nur noch 8–9 Millionen Autos im Jahr 2030 und gewünschter Umsatzrendite von ca. 8 % – daraus folgte rückwärts die Zahl von 100.000 zu streichenden Stellen (01:07:58 – 01:09:03).
Duecks Kritik: Buchhalter rechnen aus, wie die Zukunft zu sein hat; sinkt der Absatz weiter, folgt das nächste Szenario mit weiteren 100.000. Stattdessen müsste man technisch fragen: eigene Plattform, Betriebssystem für Autos, Selbstfahrlösung, Batterien – und sich bei Neura anschauen, wie es geht. Es fehlen Technikvorstände vom Typ Piëch oder Porsche (01:09:03 – 01:10:16).
Abschluss und Publikumsaufruf (01:10:16 – 01:11:35)
Geplant ist eine zweite Runde, wenn Gassner das Buch vollständig gelesen hat (01:10:16 – 01:10:23).
Fragen an Gunter Dueck per LinkedIn-Kommentar, YouTube oder per Mail an og@ogok.de mit Betreff "Dückfrage" (01:10:23 – 01:10:52).
Verabschiedung: "Lebt lange und Frieden. Möge der Saft mit euch sein und der Roboter euch nicht zu früh ersetzen" (01:11:25 – 01:11:35).
Kernaussagen in einem Satz
Dueck argumentiert, humanoide Roboter kommen schnell und in Masse (vor allem aus China), starten in Fabrik und Logistik statt im Haushalt, werden als programmierbare "Funktionsmenschen" im behavioristischen Arbeitsverständnis zur neuen Krone der Schöpfung – und Deutschland verliert, wenn es reflexhaft diskutiert, reguliert und rückwärts Stellen wegrechnet, statt technisch und mit Spitzenleuten zu gestalten.
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