23.01.2017

Seltsame Kollegen-Profile bei XING? (Antwort)

Beiträge zu XING hier im Weblog. Frage: 
Ich bin erst seit kurzem bei XING. Nun sehe ich in den Kontaktvorschlägen seltsame Profilvorschläge ohne Profilfoto und ohne jede Firmenangabe. Die Namen sind auch nicht anklickbar. Es sind aber seltsamerweise alles Kollegen von mir. Was ist da los?

Antwort: 
Das sind Leute, die (meist) noch gar keine Mitglieder bei XING sind.
Jetzt zu erklären, wie die in die Anzeige kommen, ist etwas komplex, aber im Prinzip, weil Dritte (mit denen sie kontaktiert sind) deren Mailadressen/Name via Kontaktabgleich hochgeladen haben. (Es kann also sein, dass sie schon bei XING sind, dort aber eine andere Mailadresse angegeben haben.)
Wenn man hier 'Hinzufügen' klickt, lädt man die Person zu XING ein, damit wäre ich vorsichtig.
Leute ohne Profilbild sind oft (aber nicht immer) sehr inaktiv bei XING, d.h. man ist auf der sichereren Seite, wen man nur Leute anfragt, die auch ein Bild haben.
Mit dem Kollegenstatus hat es nichts zu tun, das ist nur (nahe liegender) Zufall.


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16.01.2017

Fake News & Recht - Überlegungen

Fake News & Recht - Pro und Contra einer gesetzlichen Regulierung 
ist ein artikel von Carsrten Ulbricht auf
Internet, Social Media & Recht

Mein Kommentar dort:

Also Hauptprobleme sehe ich
a) dass viele den Unterschied zwischen Meinungen und Nachrichten nicht verstehen (wollen). D.h. auf meine Opposition gegen Fakenews wurde auf die Meinungsfreiheit gepocht.
b) dass auch 'die Guten' davon nicht ausgenommen sind:'Hass ist keine Meinung' - ehm, irgendwie schon (er kann natürlich unter Volksverhetzung fallen, aber dann muss der Satz anders lauten: "Hass kann Volksverhetzung sein" oder "Volksverhetzung ist keine Meinung")
c) Dass ein solches Gesetz missbraucht werden kann. Sagen wir, wenn Frau P. Kanzlerin würde. Man sieht ja, was in den USA aktuell an "(future-)govenment-generated" Verwirrung herrscht. Es muss ja ein Verfahren gar nicht gewonnen werden, es reicht (wie bei Abmahnungen), dass man die Leute ausreichend ärgert.
d) man muss, wie du andeutest, einen genauen "Grad" an "absichtlicher Gefälschtheit zur Gewinnerzielung oder Einflussnahme" definieren, das halte ich für SEHR schwierig. Und es ermöglicht eben Missbrauch.
e) Vieles ist umgehbar, ich kann ja immer schreiben "ich habe den / es entsteht der Eindruck, dass Merkel und Clinton reptiloide Aliens sind" - und dann? Ist es ja ne Meinung, oder?

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09.01.2017

Retail-(Online-)Marketing 2017- Ein paar Gedanken #THINKmarketing

Vor der dmexco 2016 waren ein paar Leute und ich von IBM eingeladen worden, um bei einem Abendessen über die Besonderheiten des (Retail-Online-)Marketings in Deutschland zu reden.

Seitdem gehe ich etwas wacher durch die Welt und überlege:

- Warum kaufen Leute online und nicht offline? (Beides ist OK, aber was verändert sich warum?)

- Was erwarten Leute von Ihrem (offline) Händler an (online) Kommunikation?

- Welche Trends (in der digitalen Kommunikation) sehe ich, die hier eine Rolle spielen können?

Nun, zu diesem Komplex könnte man sicher ein bis zwei Bücher schreiben, aber hier ein paar Ansätze, die ich vor allem mit eigener Erfahrung als Konsument verknüpfe.


- Warum kaufen Leute online und nicht offline? (Beides ist OK, aber was verändert sich warum?)
Ich glaube, die Leute, die einen Job haben (und meist Überstunden machen), haben kaum Zeit zum shoppen, wenn sie von der Arbeit kommen. Läden haben ja schon länger auf, aber man besorgt eher das Notwendigste auf dem Weg. Zudem ist "shoppen" im Gegensatz zum einkaufen eher ein Freizeitvergnügen und keine lästige Pflicht, die man mal kurz erledigt. Die Rede vom "Einkaufserlebnis" ist hier zentral. Damit steht aber auch Shoppen in Konkurrenz zu all den anderen Dingen, die man in der Freizeit an angenehmen Dingen so tun kann. Die Latte liegt also hoch und an Kompetenz und Freundlichkeit des Personals liegt eine strenge Messlatte.
Ich schaue Servicepersonal in letzter Zeit genauer ins Gesicht. Lächeln scheint ein Zusatzservice zu sein, den ich meist nicht gebucht habe. Dort ist man genau so im Stress und genau so angespannt wie in scheinbar allen anderen Jobs. Zum positiven 'Einkaufserlebnis' jedenfalls trägt das nicht bei. Dass unter solchen Bedingungen die Menschen das persönliche Einkaufen meiden und das online erledigen, ist nicht verwunderlich. 
Auch kompetente Beratung scheint schwierig. 
Nur ein marginales Beispiel: Ich komme mit dem im Bad immer wieder abfallenden Klebehaken in den Baumarkt und erbitte eine Alternativlösung. Ich gehe mit einem Klebenhaken heim, bei dem sich rausstellt, dass er für Feuchträume nicht vorgesehen ist. Ja, ich könnte zurückgehen und reklamieren. wenn ich mir selbst Mindestlohn zahlen würde kostet mich das... den Preis den Hakens. Und: So etwas passiert mir leider oft. Fachhandel? Ja, dem Namen nach. Anderen geht es wohl auch so.
Die Konsequenz ist, dass Lieferdienste, die mir nicht nur das Einkaufen sondern auch das Shoppen abnehmen aus dem Boden sprießen. Ob sie profitabel sind, ist die eine Frage, dass der Umsatz anderswo fehlt, ist klar. (Wenn Versandapotheken abwiegeln, sie machten ja nur 5% des Umsatzes, ist das doch ein Witz, sie würden ja auch gern 50 oder 80 Prozent machen, wenn sie könnten. Ich jedenfalls könnte die Medikamente, die ich regelmäßig brauche, sicher auch per App schon aus dem Wartezimmer bestellen. was ich sonst so brauche gibt es in anderen Ländern ohnehin im Supermarkt und ist nur in D apothekenpflichtig. Was ich aber schätze ist, dass ich mit meiner Apothekerin auch mal ein Beratungsgespräch führen kann, das per Chat wahrscheinlich so nicht passieren würde.)

Die Lösung?
Marketing muss sich nicht als Unternehmensfunktion begreifen oder als Disziplin sondern als "Gespräch mit dem Kunden", wie es das Cluetrain Manifest (1999) proklamiert. Es kann Gespräche unter Kunden (sagen wir: Empfehlungen, wo man kaufen soll und kann), Gespräche von Mitarbeitern mit Kunden (Beratung, Fachinfromation) und Gespräche von Kunden mit Firmen (Anregungen, Crowdsourcing, Crowdwisdom) verbessern, erleichtern, gehaltvoller gestalten. 
Dass Big Data und KI "nebenbei" Unternehmensprozesse optimieren können, Verschwendung vermeiden und Produkte ultimativ besser oder billiger oder beides machen: prima.

- Was erwarten Leute von Ihrem (offline) Händler an (online) Kommunikation?
Ich glaube nicht, dass jedes Unternehmens seine eigene App braucht. ich glaube aber, dass Unternehmen digital zugänglicher sein sollten und digitale Kommunikation in ihren Kundendialog (sei es Werbung, Marketing, Verkaufsgespräch) integrieren sollten. 
wenn ich bei einer Buchhandlung, die auch einen Onlineshop hat, bei Filiale A ein Buch per Mail bestelle und es abholen will, wäre es cool, wenn ich nicht eine Mail bekomme, es sei jetzt bei Filiale B (in einer Stadt, in der ich seltener bin). Oder wenn mir gesagt wird, ich möge meine Bitten doch am Telefon vortragen und nicht in einer Mail.
Es hilft auch, wenn ich die Infos, die ich am häufigsten brauche (Telefonnummer und Öffnungszeiten) schon auf dem Google Maps-Eintrag, der bei meiner Suche eingeblendet wird und ich mir das nicht per Schnitzeljagd auf der Homepage zusammensuchen muss. (Ist unter Kontakt jezt wieder nur ein unsägliches Non-E-Mail-Formular, das mich eine Message senden lässt, von der ich keine Kopie habe? Finde ich im Impressum auch die Kontkatdaten der Filiale, die ich suche? Kann ich bei DEM Mediamarkt anrufen, bei dem ich heute war - oder nur in einer Telefonzentrale? (Am schlimmsten sind hier die Banken ...)

Was wäre der Idealfall? Dass ich online all jene Infos habe, die mir helfen, eine Kaufentscheidung oder eine Entscheidung zu treffen, zum Laden zu fahren. dass ich weiß: es gibt das, was ich suche, im Laden wirklich und es ist eventuell sogar für mich beiseite gelegt. Rücksendequoten und deren Kosten lassen sich sicher ideal durch 'online bestellen, im Shop abholen (und vorher probieren) senken. Dieses scheint aber eine zwar lobenswerte aber erst punktuell eingesetzte Praktik.

- Welche Trends (in der digitalen Kommunikation) sehe ich, die hier eine Rolle spielen können?
2016 haben sich einige Technologien weiterentwickelt oder durchgesetzt, die den digitalen Dialog zwischen Einzelhandel und Kunden verbessern können.
Vorher aber vielleicht kurz ein Wort zu Technologien, die diesen Dialog eher negativer beeinflussen:
- Retargeting: Ist sicher nicht den Teufels, wird aber oft so aufdringlich gemacht, dass es einen paranoid werden lässt. Peinlich ist, wenn man angezeigt bekommt, was man längst gekauft hat. Noch peinlicher, wenn von zehn Anzeigenslots auf einer Page acht das bereits gekaufte Produkt zeigen. kein Joke, alles passiert, Screenshot leider nicht nachhaltig gesichert.)

- Jede Form von 'automatisierter Akquise': Kein menschen möchte von einem Automaten als Kunden gewonnen werden. Eine gewisse Automatisierung der digitalen Kommunikation ist sicher lobenswert, aber je näher der eigentliche Verkauf kommt, desto eher weiß auch der Kunde die menschliche Stimme zu schätzen. Wenn allerdings der Callcenter-Agent keinerlei Möglichkeit zur Kulanz hat und auch nicht eskalieren kann oder will... dann bliebt auch die positive Kundenerfahrung auf der Strecke. 

Trends nun:
- Deep Learning
An sich ist das auf das "Kunden, dei x gekauft haben, haben auch y gekauft" nochmals einiges draufgesetzt. So wie der DL-Googleübersetzer aktuell schon seltsame Blüten treibt (AFD wird aus der rissuschen mit deutsch NPD übersetzt, der Name eines türkischen Journalisten auf deutsch mit 'Miley Cyrus' wiedergegeben)... sollte man eventuell dieser "Plastikintelligenz" Prozesse wie Schach- oder Go-Spielen und das Optimierten von Logikstikprozessen überlassen, aber nicht das "Denken". Zumal die Technologie so fortschrittlich ist, dass man zwar weiß, dass der Computer das Go-Spiel gewonnen hat... aber nicht: warum.
Deep learning könnte dennoch helfen, reale wie digitale Gespräche mit Kunden zu optimieren. aus Kaufhistorie Ideen abzuleiten, was den Kunden glücklich(er) machen könnte.

Eventuell mit
- Chatbots
Die vorhin gescholteten Callcentermenschen sind oft mit aufgaben gesegnet, die auch ein Chatbot übernehmen könnte - sei er stimmgesteuert oder ein 'Tastenhengst': Das Vorsortieren, welcher Experte den da weiterhelfen kann. Manchmal ist auch schwer einzusehen, dass eine Kundennummer, die man via Telefontastatur angegeben hat, dem menschen nochmals diktieren zu müssen. der Übergang zu einem Chat oder Telefonanruf mit einem Menschen könnte dann fließend sein und Servicezeiten massiv minimieren und Bestellungen beschleunigen.

Obiges also als ein paar Skizzen zu dem, was man 2017 im Blick behalten könnte.

Feedback willkommen.

03.01.2017

Digitale Transformation, der Drift Modus und seine Prämisse

In dem Artikel Digitale Transformation muss im Drift-Modus bewältigt werden erklärt Ingo Stoll einen schönen Ansatz, wie digitale Transformation im Unternehmen idealerweise ablaufen sollte, sozusagen durch "kontrolliertes Driften".

Spannender Ansatz.

Ich hab jetzt Lust, darüber nachzudenken, was passiert, wenn man die Prämisse (Leute mitnehmen) dreht und sagt:
"Unser Unternehmen WILL sich digitalisieren weil ALLE ANDEREN (Kunden, Mitarbeiter, Wunschmitarbeiter, Wunschkunden) schon DA sind." 
Damit würde auch klarer, was der 'Sprit'/die Energie für den 'Querdrift' darstellt: der (digitale) Dialog (oder Multilog) mit ALLEN Gesprächspartnern: Intern, Kunden, Partner, Lieferanten, Influencer etc. Und dafür gibt es ja auch schöne (nicht nur digitale) Formate, die ein 'kontrolliertes Driften' ermöglichen/erleichtern.

Vielleicht können wir das Nachdenken so wie 'früher' in den Blogs einfach gemeinsam in den Kommentaren erledigen.

02.01.2017

Durchgreifender Wandel der Freiberufler-Szene durch soziales Netzwerken



Ein Gastartikel von Javier Gázquez.

Das soziale Netzwerken hat die Gesellschaft in den Grundfesten erschüttert. Seine Auswirkungen kriegt auch oder namentlich die Arbeitswelt zu spüren. Während Arbeitgeber akribisch die sozialen Netzwerke durchforsten, um Aufschluss über die Schwächen und Fehltritte ihrer Bewerber zu erlangen, haben Freiberufler keinen Grund zur Klage. Ihr Dienst auf Abruf wird von Unternehmen gern gesehen.

Nachdem ein Ende der Auslagerung betrieblicher Tätigkeiten nicht abzusehen ist, rücken soziale Netzwerke immer stärker in den Vordergrund. Sie arrangieren nicht nur das Treffen von Auftraggebern und Interessenten, sondern führen darüber hinaus zu einer maßgeblichen Verbesserung von Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage.

Arbeitsqualität durch eine Atmosphäre des Vertrauens
 

Das A und O jeder guten Zusammenarbeit ist das gegenseitige Vertrauen. Angesichts kurzfristiger Engagements von Freiberuflern und anonymer Anbieter in der virtuellen Welt scheint da der Wunsch der Vater des Gedankens zu sein. Soziale Netzwerke vermögen aber Brücken zwischen den Menschen zu schlagen. Interessen und Beziehungen, die Leute miteinander teilen, wirken verbindend. Sie stärken das Wir-Gefühl, sind durch und durch vertrauensfördernd. Überträgt sich dieses Vertrauen endlich auf die Arbeitswelt, sind beide Seiten, Anbieter wie Nachfrager, bemüht, einen guten Job zu machen. Heißt im Klartext: Gebricht es nicht am Vertrauen, können sich Freiberufler sicher sein, mit jener betrieblichen Umsicht umsorgt zu werden, die für Festangestellte schiere Selbstverständlichkeit ist.


Notwendigkeit der Investition in Humankapital


Durch die steigende Tendenz von Unternehmen, für spezielle Aufgaben gezielt in der virtuellen Welt nach Personal Ausschau zu halten, finden mehr und mehr Freiberufler durch ihre Internetpräsenz ihr Auskommen. Gleichzeitig sehen sie sich in der Pflicht, unentwegt in ihre Qualifikation zu investieren, um im harten Online-Wettbewerb auf Dauer bestehen zu können. Das lebenslange Lernen ist nicht länger nur eine leere Phrase, sondern unerlässlich, wer in der gläsernen Welt des Internets auch künftig bei Arbeitgebern in hohen Gnaden stehen will. Während die innerbetriebliche Resonanz für gewöhnlich ungemein verhalten ausfällt und allenfalls bei einer Beförderung ein Thema ist, gibt es im Internet tagtäglich das Feedback, das Rating, die kritische Hinterfragung der Leistung. Dieser permanente Leistungsdruck durch die Transparenz des Geschehens bringt unweigerlich eine neue Qualität der Arbeit mit sich, die vor noch nicht allzu langer Zeit undenkbar gewesen wäre.


Gewöhnungsbedürftige neue Selbstständigkeit


Noch ist die neue Selbstständigkeit als online abrufbare Arbeitskraft wenn nicht befremdlich, so doch allemal gewöhnungsbedürftig. Dabei gehen Schätzungen davon aus, dass bis 2020 die Zahl der unabhängigen Arbeitskräfte 70 Millionen erreicht haben wird. Nicht wenige sehen dabei die Social Media als treibende Kraft dieser Entwicklung. Dies deshalb, weil sie dazu einladen, positive Erfahrungen mit anderen zu teilen. Entsprechend groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass andere der freiberuflichen Unabhängigkeit einen Reiz abgewinnen und ebenso fortan online ihre Dienste zur Verfügung stellen.


Endlich werden auch sie der Versuchung nicht widerstehen können, von den besten Unternehmen mit den besten Aufträgen zu den besten Konditionen zu berichten. Diese Transparenz führt im Verein mit nahezu lückenloser Information à la longue zu einer solchen Effizienz des Marktes, dass sich auch der letzte Mohikaner der Unternehmerszene dazu entschließt, mit der Tradition zu brechen und sich auf dem Internetmarkt der Freiberufler um geeignetes Personal umzutun.